Türkei: Homosexuelle fordern Schutz vor Gewalt und Diskriminierung

Nach der jüdischen Gemeinde, meldet sich nun eine weitere diskriminierte Minderheit zu Wort. Homosexuelle und Transsexuelle fordern ausdrücklichen Schutz durch die neue Verfassung.

+++aktuell: „Wir sind keine Minderheit, sondern gleichgestellte Bürger“ +++

Eine zivilrechtliche Gruppe, die Assoziation zur Erhebung von Studien zur Sozialpolitik, Gender-Identität und sexueller Orientierung, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt, hat im Parlament bei der Verfassungs-Kommission eine schriftliche Forderung eingereicht. In der fordert sich eine ausdrückliche Regelung zum Schutz von Homosexuellen gegen Gewalt und Diskriminierung.

Wie die Tageszeitung Hürriyet berichtet, hat die Verfassungs-Kommission den Antrag zur Bewertung offiziell angenommen.

Die Organisation verweist darauf, dass die EU und die USA die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen (in der Türkei LGBT) als Verstoß gegen die Menschenrechte anerkennen. Sie legten der Kommission nahe, das bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung zu berücksichtigen.

Homosexuelle, die regelmäßig Opfer von Gewalttaten oder Mord werden, sollte das Recht auf Leben garantiert werden und Diskriminierung aufgrund ihrer „sexuellen Orientierung“ oder „sexuellen Identität“ sollte ausdrücklich verboten werden.

Außerdem forderte sie, dass die Bezugnahme auf die „allgemeine Moral“, „Anstand“ und „öffentliche Ordnung“ aus der Verfassung gestrichen werden sollen, weil sie häufig als Grundlage für Diskriminierung dient.

Die Gruppe fordert, dass die neue Verfassung die Privatsphäre garantiert und die sexuelle Orientierung und Gender-Identität nicht ohne Zustimmung der Person preisgegeben werden darf.

Außerdem setzt sich die Gruppe dafür ein, dass LGBT sowie Frauen und Behinderte von positiver Diskriminierung profitieren und als gleichgestellte Bürger und nicht als „unter Schutz gestellte Menschen“ behandelt werden sollen.

Desweiteren vertritt die Gruppe die Meinung, die Türkei solle ein säkularer, demokratischer und sozialer Rechtsstaat bleiben, der allen Religionen gleiche Behandlung garantiert.

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