Krebs durch Brustimplantate: 300 Trägerinnen in der Türkei

Der Silikon-Skandal betrifft nun auch die Türkei. Insgesamt 1.000 Implantate der Firma Poly Implants Prothèses importierte die Türkei aus Frankreich. Die Frauen sollten sich in naher Zukunft erneut einer Operation unterziehen, um eine eventuelle Krebserkrankung zu verhindern.

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In der vergangenen Woche wurden in Frankreich defekte Brustimplantate zurückgerufen. Allein in Frankreich haben sich offenbar 30.000 Frauen die Implantate der Firma Poly Implants Prothèses (PIP) einsetzen lassen. Die Türkei habe 1.000 der Silikonimplantate von dem französischen Unternehmen importiert, erklärt Fahri Günebay, Inhaber der Honestus Medical Klinik. Er sagt: „Ungefähr 300 wurden bereits in plastischen Operationen genutzt“.

Durch die billige Verarbeitung kann es bei den Implantaten zu Rissen kommen, sodass das Krebsrisiko bei den Frauen steigt (bei acht Frauen mit PIP-Implantatetn wurde bereits Brustkrebs festgestellt – mehr hier). Das Unternehmen wird nicht für die Kosten aufkommen, es hat Konkurs angemeldet. Zudem wurde für die Implantate industrieller Silikon verwendet, berichtet die türkische Tageszeitung „Zaman“.

Professor Murat Topalan, ein leitendes Mitglied der Türkischen Gesellschaft für plastische Chirurgie meint, die Verwendung von billiger Ware sei vollkommen unakzeptabel und ein großer Produktionsfehler. Der plastische Chirurg Ahmet Karacalar rief alle Betroffenen auf, sich erneut operieren zu lassen.

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