Polizei nimmt Ermittlungen zum Ludwigshafener Brand wieder auf

Nachdem in den vergangenen Monaten die Diskussionen um die verkannte Gefahr rechtsradikaler Terrorgruppen lauter wurden, nimmt die Polizei die Ermittlungen zum Brand in einem Ludwigshafener Haus 2008 wieder auf. Neun Menschen waren dabei um Leben gekommen.

Behörden in Deutschland haben die Ermittlungen zu einem Brand in einem Ludwigshafener Haus wieder aufgenommen. Bei dem Brand 2008 waren neun Türkei-stämmige Menschen umgekommen. Dabei wurde nie vollständig geklärt, wie es zu dem Brand kommen konnte. Doch immer wurde vermutet, es handle sich um einen Brandanschlag.

Jetzt, da der Fall wieder aufgenommen werden soll, leistet nach Angaben der Tagezeitung Zaman die Union der Europäischen Türkischen Demokraten (UETD) den Angehörigen der Opfer Beistand. Kamil Kaplan, der vier Angehörige bei dem Brandanschlag verloren hatte, stellte Erdoğan Demirci, einen Anwalt von der bayerischen Abteilung der UETD an, um ihn zu vertreten. Die UETD erwartet, dass sich noch mehr Familien Anwälte nehmen werden, so Fikret Özdemir, Vorsitzender der bayerischen Abteilung der UETD. Außerdem ermutigt er die Familien der Opfer, auf ihr Recht zu bestehen. Er betonte, dass die deutschen Behörden nach dem Vorfall von 2008 noch immer nicht ihre finanziellen Versprechungen gegenüber den Familien der Opfer eingelöst hätten. Außerdem bat er den Außenminister Ahmet Davutoğlu um Unterstützung in dem Bemühen der UETD, Licht in die Ereignisse von 2008 zu bringen.

Bei dem Brand in dem Wohnhaus waren am 3. Februar 2008 neun Türkei-stämmige Menschen, davon fünf Kinder umgekommen. Deutsche Behörden meldeten, es sei der größte Brand seit dem zweiten Weltkrieg gewesen, den die Stadt Ludwigshafen erlebt hätte. Immer wieder waren die deutsch-türkischen Beziehungen aufgrund dieses Brands angespannt, weil die Vermutung geäußert wurde, es handele sich um einen gezielt gegen türkische Familien gerichteten Brandanschlag.

Nachdem in den vergangenen Monaten verstärkt über die verkannte Neonazi-Gefahr diskutiert wurde, nahm die Polizei Malte R., einen der mutmaßlichen Täter hinter dem Brand, fest. Es wird auch vermutet, dass Malte R. Verbindungen zu der rechten Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) hat, die neun Geschäftsleute ausländischer Herkunft in den Jahren 2000-2007 umgebracht hat.

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