Wirtschaftskrise: Türkei hofft auf Investitionen aus Saudi Arabien

Das Exportvolumen steigt immer weiter an und dennoch wächst das Leistungsbilanzdefizit der Türkei. Jetzt soll der Handel mit Saudi Arabien das Loch in der Haushalskasse stopfen.

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Mit Hilfe von Investoren aus Saudi Arabien möchte die Türkei ihr derzeitiges Leistungsbilanzdefizit (LBD) verringern. Gleichzeitig hofft die Regierung darauf, einen größeren Anteil an Projekten zur saudischen Infrastruktur und Bauprojekten im Wert von mehreren Milliarden zu haben, teilte einer Nachricht der Tageszeitung Zaman zufolge der Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan mit.

„Wir möchten die saudische Erfahrung und Investition im Bereich der Verfeinerung und der Entwicklung der Petrochemie und der Energie in unser Land einalden, um unser Leistungsbilanzdefizit zu verringern“, so der Minister. Außerdem äußerte er seine Zufriedenheit über die diesbezüglichen Verhandlungen in Jaddah und Riyad.

Die Petrochemie Industrie ist eine der sechs Kategorien, die nach Meinung der türkischen Regierung am effektivsten zur Senkung des LBD beitragen kann. Die anderen sind Eisen, Maschinen, Automobile, Textil und Landwirtschaft.

Das LBD der Türkei war im September im Vergleich zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr um 79.1 Prozent gestiegen. Damit erreichte es mit über sechs Milliarden US-Dollar den höchsten Wert der letzten 18 Jahre. Hauptsächlich bedingt durch das ausländische Handelsdefizit, ist das LBD zu einem strukturellen Problem der Türkei geworden. Obwohl das Exportvolumen in der letzten Zeit stark angestiegen ist, machte das LBD aufgrund der höheren Energiekosten und der Abhängigkeit der Industrie von ausländischen Zwischenwaren zur Produktion von Waren, die im Ausland verkauft werden können, neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die Türkei ist angewiesen auf Energie aus dem Ausland und gibt fast 50 Milliarden US-Dollar jedes Jahr für Energie aus.

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