Parteifreund von Geert Wilders: NATO-Mitgliedschaft der Türkei überdenken!

Die drittgrößte politische Partei der Niederlande forderte die Außen-und Verteidigungsministerien des Landes in der vergangenen Woche dazu auf, die NATO-Mitgliedschaft der Türkei zu überdenken.

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Der niederländische Politiker und Vorsitzender der “Partij voor de Vrijheid” (“Partei für die Freiheit”), Geert Wilders sowie sein Parteikollege Wim Kortenoeven, Experte für den Mittleren Osten, beschuldigen die Türkei schon früher in diesem Jahr seine Verbündeten Irsael und jetzt Frankreich aufzugeben. Das berichten derzeit türkische und israelische Medien.

Kaum wurde in Frankreich am 22. Dezember über das Genozid-Gesetz abgestimmt, stellte Premier Recep Tayyip Erdogan einen acht Punkte-Sanktionsplan vor (im Rahmen einer Pressekonferenz kündigte Erdogan an, alle politischen, wirtschaftlichen Beziehungen würden abgebrochen und auch innerhalb der EU gäbe es keine Zusammenarbeit mehr – mehr hier).

Nato-Raketenabwehrsystem: Türkei die Falschen

Doch sowohl Frankreich als auch Holland, so die Einschätzung der “Jerusalem Post“, gehören zu den führenden Ländern innerhalb des NATO-Militärbündnisses. Die Türkei hingegen, so erklärt der Abgeordnete Wim Kortenoeven gegenüber dem Medium, hätte eine “kurze, aber zerstörerische Geschichte des Verlassens seiner Bündnispartner”. Seiner Ansicht nach könnte es ein “tödlicher Fehler sein, ihnen die Sorge für ein entscheidendes Element des westlichen/europäischen Verteidigungssystems gegen gefährliche Nuklearstaaten wie den Iran oder Pakistan anzuvertrauen.” (Das umstrittene Nato-Raketenabwehrsystem in der östlichen Provinz Malatya wird noch vor Ende des Jahres den Betrieb aufnehmen – mehr hier). Deshalb richtete sich der militärische Sprecher der “Partij voor de Vrijheid” im Rahmen des Gesprächs auch an die Ministerien seines Landes und stellte die Zuverlässigkeit der Türkei als NATO-Partner in Frage.

Türkei soll ehrlichen Blick auf Geschichte werfen

Zwar würden, so berichtet auch “Radio Netherlands Worldwide”, wohl weder Frankreich noch die Bundesrepublik dem Beispiel Frankreichs folgen und Resolutionen gegen die Türkei beschließen. Doch auch Intellektuell fordern mehr Reflektion: “Beide Länder haben eine große türkische Community. Keiner wird daran interssiert sein, sie mit einem Bann zu verärgern. Aber es wäre gut, ein bisschen mehr Druck auf die Türkei auszuüben. Es ist immer gut, einen ehrlichen Blick auf die Geschichte zu werfen”, zitiert das Radio Larissa van den Heri, Professorin für internationales Recht an der Leiden University.

Bereits Ende November dieses Jahres sorgte der Parteivorsitzende Geert Wilders für einen Affront. Der niederländische Rechtspopulist hatte damals einen geplanten Besuch des türkischen Präsidenten Abdullah Gül abgelehnt. Seine Begründung: Die Türkei sei ein “islamistisches Regime”.

Geert Wilders: “Türkei will Europa islamisieren”

Der türkische Präsident Abdullah Gül wurde eingeladen, die Niederlande anlässlich der Feierlichkeiten zum 400-jährigen Bestehen der Beziehungen zwischen Holland und der Türkei im kommenden Jahr zu besuchen. In einem Kommentar für die Tageszeitung “De Volkskrant” stellte sich Geert Wilders nun dagegen und schrieb, dass Gül in Ankara bleiben solle. “Es gibt nichts zu feiern.” Das islamistische Regime von Gül und sein Parteifreund, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, seien keine echten Freunde des Westens und daher auch nicht von den Niederlanden”, so Wilders. Er konstatierte: “An allen Orten, die Erdogan besucht, erklärt er, dass sich die türkischen Migranten nicht anpassen sollten. Die Türkei will nicht europäisch werden, sondern will Europa islamisieren.”

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