Urteil gegen Iranerin: Droht statt Steinigung jetzt der Strick?

Der Fall von Sakineh Mohammadi Ashtiani bewegt weltweit die Gemüter. Die Iranerin, die des Ehebruchs und der Beihilfe zum Mord beschuldigt wird, drohte bisher der Tod durch Steinigung, jetzt steht offenbar auch eine Erhängung zur Debatte.

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Bereits 2006 wurde die heute 43-jährige Sakineh Mohammadi Ashtiani von einem Gericht zum Tod verurteilt. Auf Grund internationaler Proteste wurde die Strafe jedoch im vergangenen Jahr aufgeschoben. Jetzt wurde der Fall neu aufgerollt – im Rahmen einer gerichtlichen Überprüfung klären die iranischen Gesetzeshüter, ob Sakineh immer noch gehängt werden könnte.

“Es gibt keinen Grund zur Eile… unsere islamischen Experten überprüfen Ashtianis Fall, um zu sehen, ob ihre Strafe von Steinigung in Erhängung umgewandelt werden kann”, so Malek Ajdar Sharifi, Vorsitzender des Gerichts in der ost-aserbaidschanischen Provinz.

Sakineh Mohammadi Ashtiani seit 2006 im Gefängnis

Ashtianis Ehemann wurde 2005 ermordet. Im Zuge dessen wurde die zweifache Mutter wegen einer “illegalen Beziehung” zu einem anderen Mann und wegen Beihilfe zum Mord an ihrem Ehemann verurteilt und sollte zunächst den  Tod durch Steinigung erfahren. Stattdessen verbüßt sie seit 2006 eine zehnjährige Freiheitsstrafe in einem Gefängnis in Ost-Aserbaidschan.

Erst im vergangenen Jahr wurde Ashtianis Steinigung wegen “humanitärer Bedenken” ausgesetzt – nicht aber die Möglichkeit sie dennoch zu töten. “Die Strafe gegen Ashtiani wird bekannt gegeben, sobald unsere Experten ihre Entschluss mitgeteilt haben”, so Malek Ajdar Sharifi weiter.

Iran beruft sich auf islamisches Recht

Nach islamischem Recht, das seit der Revolution von 1979 in Kraft ist, kann Ehebruch mit dem Tode durch Steinigung bestraft werden. Verbrechen wie Mord, Vergewaltigung, bewaffneter Raubüberfall, Abfall vom Glauben und Drogenhandel können zudem mit dem Tod durch den Strang geahndet werden. Die Europäische Union hat eine Steinigung der Frau als “barbarisch” bezeichnet. Der Vatikan bat um Milde und Brasilien wollte der zweifachen Mutter gar Asyl bieten.

Mittlerweile belastet der Fall auch die Beziehungen des Irans mit dem Westen. Erst im Oktober letzten Jahres wurden zwei Redakteure der “Bild am Sonntag” verhaftet als sie Ashtianis Sohn ohne offizielle Genehmigung interviewten. Erst im vergangenen Februar kamen die beiden wieder frei.

Den Vorwurf der Menschenrechtsverletzung lassen iranische Behörden übrigens nicht gelten. Sie betonen, dass sie sich auf islamisches Recht berufen. Mohammad Javad Larijani, Generalsekretär des „Human Rights Headquarters in Iran“, argumentierte zudem, dass eine Steinigung nicht als eine Hinrichtungsmethode, sondern als eine “mildere” Strafe angesehen werden sollte, die mehr als die Hälfte der Leute überleben würden.

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