Anschläge in Nigeria: KRM ruft zur Solidarität gegen Terror auf

In Nigeria hat erneut der Terror Einzug gehalten. Am frühen Morgen des ersten Weihnachtstages detonierte kurz nach Ende Weihnachtsmesse in der katholischen Kirche St. Theresa in Madalla eine Bombe. Mindestens 35 Christen sterben. Es bleiben nicht die einzigen Opfer an diesem Tag. Jetzt meldet sich der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) zu Wort. Er fordert: Konfessionsübergreifend solle dem Terrorismus entgegengewirkt werden.

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Bereits seit Jahren kämpft die radikalislamische Gruppierung Boko Haram (übersetzt so viel wie „Westliche Bildung ist Sünde“), die der Terrororganisation Al Qaida nahe steht, für einen islamischen Gottesstaat im muslimischen Norden des westafrikanischen Landes. Anlässlich des Weihnachtsfestes hat sie sich nun ein weiteres Mal Aufmerksamkeit verschafft. Nacheinander explodierten in Gotteshäusern zahlreiche Bomben. Die Erinnerung an Weihnachten 2010 als bei bei mehreren zeitgleichen Bombenexplosionen mehr als 100 Menschen getötet wurden, werden wach. Weltweit sind die Menschen entsetzt. Auch der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) verurteilt in einer Erklärung die terroristischen Anschläge auf Kirchen in Nigeria.

Angriff auf Gotteshäuser selbst im Krieg verboten

Als Muslime in Deutschland, so  Bekir Alboğa, Sprecher des KRM, seien sie zutiefst erschüttert über die terroristischen Anschläge auf Kirchen in Nigeria, bei dem mehr als 40 Menschen ums Leben kamen. „Unser aufrichtiges und herzliches Beileid gilt allen Hinterbliebenen der verstorbenen Opfer und der christlichen Gemeinden. Den Verletzten wünschen wir baldige Genesung ihrer körperlichen und seelischen Wunden.“ Das Töten von unschuldigen Zivilisten sei, so stellt Alboğa nachdrücklich heraus, im Islam streng verboten und absolut untersagt. Selbst in Kriegszeiten verbiete Allah im Koran jeglichen Angriff auf Gotteshäuser wie „Synagogen, Kirchen, Klausen und Moscheen“.

Alle Juden, Christen und Muslime weltweit gegen Gewalt

Die Sunna des Propheten Muhammed, Friede sei mit ihm, schreibe laut KRM den Muslimen vor, Zivilisten, Kinder, Frauen, religiöse Würdenträger der Juden und Christen zu schützen und die Umwelt zu schonen. Der Koordinationsrat erklärt hierzu, dass er „jegliche Form der Gewalt auf das Schärfste“ verurteile. „Insbesondere die ‚im Namen der Religion‘ ausgeübte Gewalt wird im Islam und von den Muslimen zutiefst verabscheut. Der KRM ruft alle Juden, Christen und Muslime weltweit zur Solidarität gegen Gewalt, Terror und Unterdrückung auf.“

KRM-SprecherBekir Alboğa ist sich sicher: „Nur durch eine verstärkte und funktionierende Solidarität können wir dem internationalen Terrorismus entgegenwirken.“

Führer der Muslime sieht keinen Religionskonflikt

Nach den verheerenden Anschlägen scheint die Gefahr allerdings noch nicht gebannt. Die Menschen fürchten weitere Attacken von Islamisten. Die Christen fliehen aus dem Norden des Landes. Vor allem aus den Städten Kaduna, Maiduguri und Potiskum treten sie den Rückzug in den christlich geprägten Süden Nigerias an. Derweil sorgte sich Präsident Goodluck Jonathan um mögliche Vergeltungsschläge. Er ruft die Christen auf, keine Rache zu üben. In den Augen des spirituellen Führers der Muslime in Nigeria, der Sultan von Sokoto, gäbe es im 150 Millionen Einwohner starken Nigeria allerdings keinen Religionskonflikt.

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