Grünes Licht für South Stream: Türkei ebnet Weg für Mega-Pipeline

Die Türkei hat, laut OAO Gazprom, am vergangenen Mittwoch dem Bau der South Stream Pipeline durch sein Hoheitsgebiet im Schwarzen Meer zugestimmt. Damit ist für Russland ein Haupthindernis für ein Projekt aus dem Weg geräumt, das die Abhängigkeit Europas von russischen Erdgas-Lieferungen erhöhen könnte.

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Die Erlaubnis wurde durch den türkischen Energieminister Taner Tildiz im Rahmen von Gesprächen mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin in Moskau erteilt. Das berichtet das “Wall Street Journal”. Der russische Staatsbetrieb Gazprom, der eine Mehrheitsbeteiligung an South Stream hält, bestätigte den Deal. Noch Ende November war die Stimmung angespannt. Auf Grund hoher Erdgaspreise wollte die Türkei die Zusammenarbeit mit dem russischen Unternehmen Gazprom beenden (Allein in den vergangenen 29 Monaten waren die Preise für Erdgas um knapp 40 Prozent angestiegen – mehr hier).

Das grüne Licht der Türkei war für das Fortkommen des russischen Projektes bisher ein wesentlicher Stolperstein. Da die vorgesehene Pipeline durch türkische Hoheitsgewässer im Schwarzen Meer gelegt werden muss. Diese soll bis zum Jahr 2015 63 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa transportieren und gilt als Hauptkonkurrent zum “Nabucco”-Projekt der Europäischen Union.

Erste Gaslieferungen im Dezember 2015

Russland bedient derzeit etwa ein Viertel des europäischen Gasbedarfs. Doch Versorgungsunterbrechungen in den letzten Jahren haben die EU dazu veranlasst die Abhängigkeiten von russischem Gas herunterzuschrauben. “Die Baugenehmigung der Türkei ist der ernsthafteste Beweis, dass das Projekt strikt nach Zeitplan  – bis Ende des Jahres 2015 – realisiert wird”, so Alexei Miller, Vorstandsvorsitzender des russischen Konzerns Gazprom, über das 15 Milliarden Euro teure Rohrleitungsprojekt.

An South Stream sind auch die italienische ENI SpA, die deutsche Wintershall AG sowie die französische Électricité de France SA mit einer Minderheitsbeteiligung involviert. Bereits früher in dieser Woche wies Miller darauf hin, dass die Umsetzung des South Stream Projekts auch von weiteren Gesprächen mit der Ukraine abhänge. Gazprom ist ein wichtiger Lieferant von Erdgas nach Europa. Das meiste Exportvolumen wird über das Transitland Ukraine befördert. Doch auf Grund von Versorgungsunterbrechungen in den letzten Jahren wegen Meinungsverschiedenheiten in der Preisgestaltung zwischen den beiden Ländern führten dazu, dass Russland nun versucht die Ukraine zu umgehen und neue Pipelines wie die South Streamzu bauen.

Als Gegenleistung für die Erteilung der Baugenehmigung wurden der Türkei langfristige Gaslieferungen bis 2025 zugesichert.

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