Abdullah Gül: „Ich habe keine politischen Ambitionen“

Der türkische Präsident Abdullah Gül hat sein Unbehagen über die jüngsten Debatten rund um sein Amt geäußert. Er unterstrich, dass er für die Zeit nach seiner Präsidentschaft keinerlei politische Ambitionen habe.

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Wenn es nach Hüseyin Tanriverdi, stellvertretende Vorsitzende der AKP, gegangen wäre, hätten Premier Recep Tayyip Erdogan und Präsident Abdullah Gül im Jahr 2014 einfach die Posten getauscht. Erdogan wäre Präsident geworden, Gül hätte den Parteivorsitz übernommen (seine diesbezüglichen Aussagen musste er jedoch mittlerweile revidieren – mehr hier). “Er [Abdullah Gul] hat politische Erfahrung. Wenn er wieder in der Politik mitmischen möchte, dann stehen ihm diese Türen offen”, so Tanriverdi. “In dieser Frage gibt es keine Polarisation. Wir können wieder mit ihm arbeiten, so wie wir es in der Vergangenheit getan haben.”

Gül konzentriert sich voll auf sein Präsidentenamt

In einem Interview mit einem türkischen TV-Sender hat sich Abdullah Gül nun selbst zu Wort gemeldet. Er hoffe, dass die Kontroversen um sein Mandat so bald wie möglich aufhören mögen. Er selbst wolle, so betont er, alsbald eine Entscheidung in dieser Frage haben (die AKP will sein Mandat von fünf auf sieben Jahre verlängern – mehr hier). Während sich die Politiker uneins sind, stellt er klar: “Mein Prinzip war es, die Aufgabe, die man mir zugedacht hat, so gut wie möglich zu erfüllen. Ich habe an nichts anderes als daran gedacht. Und auch heute denke ich an nichts anderes als daran mein Präsidentenamt – was eine sehr ehrenvolle Aufgabe ist – so gut wie möglich auszuüben. Ganz ehrlich, ich habe keine Berechnungen im Hinblick auf die Politik.”

Gefragt nach seinen Plänen für die Zeit nach seiner Präsidentschaft, signalisiert Gül, dass er nicht daran denke in die Politik zurückzukehren. “Ich sage es noch einmal: Ich habe keine politischen Ambitionen oder Berechnungen. Nichts dergleichen beschäftigt mich derzeit.”

Bereits vor Gül musste bereits Hüseyin Tanriverdi zurückrudern. Am zweiten Weihnachtsfeiertag erklärte er nun: “Bis 2014 ist genügend Zeit. Unsere derzeitige Mission im Parlament lautet eine neue türkische Verfassung zu gestalten.” Neben Gül gibt es ohnehin noch andere mögliche Kandidaten, die einst an der Spitze der AKP stehen könnten. Darunter der amtierende Außenminister Ahmet Davutoğlu, die stellvertretenden Premiers Ali Babacan und Bülent Arınç sowie Yıldırım.

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