Nach Genozid-Urteil: Ehemaliger Spieler von Beşiktaş will französischen Namen ablegen

Pascal Nouma, frührer Spieler bei türkischen Süper Lig Team von Beşiktaş Istanbul, hat aus dem französischen Genozid-Gesetz nun seine ganz persönlichen Konsequenzen gezogen.

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Der französische Fußballer Pascal Nouma ist schockiert über das Vorgehen seiner Regierung. (Foto: DTN)

Der französische Fußballer Pascal Nouma ist schockiert über das Vorgehen seiner Regierung. (Foto: DTN)

Nachdem das französische Parlament am 22. Dezember dafür gestimmt hat, dass die Leugnung des armenischen Völkermords unter Strafe gestellt wird, riefen türkische zivilgesellschaftliche Organisationen zum Boykott französischer Produkte auf (die Kampagne wurde weltweit von diversen türkischen Gruppen gestartet – mehr hier). Seinen ganz privaten Boykott vollzieht derzeit offenbar der französische Fußballspieler Pascal Nouma. Der Sportler, der bis 2003 bei Beşiktaş Istanbul unter Vertrag war, schämt sich derzeit für die Entscheidung der französischen Nationalversammlung, dass er jegliche Verbindungen zu seinem Heimatland kappen will. Das berichten derzeit türkische Medien.

Pascal Nouma: “Ich will einen türkischen Pass”

Es wird gemutmaßt, dass Nouma seine französische gegen die türkische Staatsbürgerschaft eintauschen und auch seinen französischen Namen ablegen werde. “Ich will meinen französischen Pass nicht benutzen”, wird der Fußballer, der gerade aus Frankreich gekommen war, wo nicht wenige traurig über die Entscheidung der Regierung wären, zitiert. “Ich will einen türkischen Pass. Wenn ich meinen Namen ändere, will ich Numan heißen.”

Seit seinem Engagement in Istanbul ist Pascal Nouma in der Türkei zu einem richtigen Promi avanciert. Zwar erklärte er nun nicht direkt, dass er türkischer Staatsbürger werden wolle, doch betonte er, dass er “glücklich und stolz” wäre in der Türkei zu leben, weil “schwarze Menschen und Ausländer hier respektiert” würden. In einigen anderen Ländern hingegen sei es äußerst schwierig ein Farbiger zu sein. In einigen Restaurants andernorts werde sogar die Bedienung beim Essen verweigert. Hier sei das anders: “Die Türkei ist so ein tolerantes Land. Von ihm kann der Rest der Welt lernen”, so Nouma weiter. “Die Menschen leben hier glücklich ohne jede Form von Diskriminierung auf Grund von Sprache, Religion oder Herkunft. Ich bin der beste Beweis dafür.”

Recep Tayyip Erdoğan ist stärker als Nicolas Sarkozy

Der einstige Beşiktaş-Spieler glaubt, dass das kontrovers diskutierte Genozid-Gesetz ein Resultat “politischen Kalküls” des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy sei. “Ich war von der Entscheidung schockiert. Ich weiß, dass Recep Tayyip Erdoğan ein stärkerer und mehr akzeptierter Politiker als Sarkozy ist. Ich hoffe, dass Sarkozy seinen Fehler wieder umkehren wird.”

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