Bulgarien verurteilt Zwangsassimilation an einer Million Türken

Das bulgarische Parlament hat sich entschieden, die kommunistische Assimilations-Politik, die im Land bis 1989 gegen Türken gerichtet war, offiziell als Verbrechen zu verurteilen. Der Völkermord an den Armeniern wurde nicht anerkannt.

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Am vergangenen Montag lehnte das bulgarische Parlament ab, den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich als einen solchen anzuerkennen (Frankreich hat hierzu ein Gesetz verabschiedet, dass die Leugnung des Völkermords an den Armeniern unter Strafe stellt – mehr dazu hier). Zwei Tage später kam dann die Entscheidung, die Zwangsassimilation des kommunistischen Regimes an den türkischstämmigen Muslimen in Bulgarien zu verurteilen und als Verbrechen anzuerkennen. Somit kann nun gegen die Verantwortlichen strafrechtlich vorgegangen werden (gegen diesen Schritt in Frankreich hatte Erdogan heftig protestiert – mehr hier).

Der Gesetzesentwurf wurde vom Vorsitzenden der Partei der Demokraten für ein starkes Bulgarien (DSB), Ivan Kostov, vorgelegt. 112 der im Parlament anwesenden 115 Abgeordneten stimmten für den Entwurf.

Die erste Assimilationskampagne wurde in Bulgarien 1984 unter Todor Schiwkow gestartet. Die in Bulgarien lebenden Türken sollten unter Zwang „bulgarisiert“ werden. Schiwkow erklärte damals, die Türken seien nicht mehr als Minderheit anerkannt und türkische Namen wurden verboten. Mehr als eine Million Türken waren betroffen. Bis zu 900 Türkischstämmige wurden verhaftet oder zeitweise in Konzentrationslagern untergebracht. Zwischen Mai und September 1989 wurden 350.000 Türken in die Türkei zwangsdeportiert, um Bulgarien zu einem mono-ethnischen Staat zu machen.

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