Friedenskonvoi erreicht türkisch-syrische Grenze

Die Ausschreitungen in Syrien haben bereits tausenden von Menschen das Leben gekostet. Eine Gruppe von Aktivisten von Exilsyrern hat nun ein Lager an der syrischen Grenze aufgeschlagen, um die Weltöffentlichkeit auf das Leid der Menschen in ihrer Heimat aufmerksam zu machen.

Exilsyrer aus Europa, Nordamerika und der arabischen Welt haben sich in einem sogenannten „Friedenskonvoi“ an der türkisch-syrischen versammelt. Sie wollten am Donnerstag gemeinsam die Grenze in der Nähe der Stadt Kilis überqueren. Allerdings wurden sie kurz vor der Grenze von türkischen Grenzbeamten an ihrem Vorhaben gestoppt.

Ziel der Gruppe ist es, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Notlage ihrer Landsleute zu lenken. Kurz vor dem Grenzübergang in Öncüpınar hielten die Demonstranten eine Pressekonferenz ab. Einwände von Seiten der Autoritäten in Kilis hat es keine gegeben, wie die Tageszeitung Zaman den stellvertretende Gouverneur Erkan Çapar zitiert.

An der syrischen Grenze allerdings wurde die 150 köpfige Gruppe gestoppt und es war ihnen nicht möglich, die von ihnen mitgebrachten Decken, Medikamente und Lebensmittel über die Grenze zu bringen. Die Grenze wurde außerdem zum Schauplatz von Spannungen als fünf Laster angehalten wurden, weil vermutet wurde, dass sie Waffen nach Syrien bringen wollten. (Verdacht: Iranische Waffenlieferungen über Türkei an Assad-Regime in Syrien – mehr hier)

Die UN vermuten, dass bis jetzt 5.000 Menschen von dem Regime vom syrischen Präsidenten Bashar al-Assad getötet worden sind. Syrien hingegen sagt, es bekämpfe „vom Ausland unterstützte Terroristen“. Bislang seien, so die syrischen Angaben, 2.000 Soldaten und Polizisten umgekommen.

„Wir möchten nach Syrien gehen, um der ganzen Welt zu zeigen was in Syrien geschieht“, so Moayad Skaif, ein 30jähriger Journalist aus Katar, der mit dem Friedenskonvoi mitgereist ist. „Assad möchte nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, fügt er hinzu.
Nach Angaben von Reuters sagte das türkische Außenministerium, es hätte Kontakt zu den Demonstranten gehabt. Ob die Türkei aber die Gruppe unterstützt, ist nicht bekannt.
Die Aktivisten haben vor, nahe der Grenze ein Lager aufzuschlagen, um ein Zeichen gegen die andauernde Gewalt in Syrien zu setzen. Samir Jisri, ein 35-jähriger Computer-Graphiker aus Toronto, sagte, er wolle in das Land  zurückkehren, das er als Kind verlassen hatte.

„Die syrische Revolution ist ein verwaiste Revolution, weil niemand für sie gerade steht, nicht einmal die Arabische Liga“, so Kisri

Belal Dalati, ein 42-jähriger Geschäftsmann aus Kalifornien, berichtete, sein Cousin sei letzte Woche in der syrischen Stadt Zabadina nahe der libanesischen Grenze erschossen worden.

„Wir sehen zu wie Menschen sterben. Frauen, Kinder und auch Alte werden bei diesem Konflikt getötet. Nur weil das Regime an der Macht bleiben will“, so Dalati. „Wir fordern ausländische militärische Intervention“.

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