Flucht vor Ehemann: Frau täuscht Tod durch Wolfs-Attacke vor

Saniye Aytekin inszenierte ihren eigenen Tod, um ihrem gewalttätigen Mann zu entfliehen. Ihr Fluchtplan ging nicht auf, denn sie konnte das Dorf nicht verlassen. Ein Kind entdeckte sie später im Haus ihrer Eltern. Zurück will sie auf keinen Fall.

Seit vergangener Woche wurde die 37-jährige Saniye Aytekin in ihrem Dorf in Ağrı gesucht. Zunächst wurde vermutet, sie sei von Wölfen angegriffen worden. Offenbar hat sie ihren Tod vorgetäuscht, um ihrem gewalttätigen Ehemann zu entfliehen (wegen den Übergriffen versuchen sich türkische Frauen nun auch anders zu helfen – mehr dazu hier). Ein kleines Kind ließ den Schwindel jetzt auffliegen.

Die zweifache Mutter habe es einfach nicht mehr ausgehalten. Schon einige Male sei sie zu ihren Eltern geflohen, diese hätten sie jedes Mal wieder zu ihrem Mann zurückgeschickt. Jetzt befindet sie sich im Frauenhaus von Ağrı (die Hälfte der Türkinnen kämpft mit häuslicher Gewalt – mehr hier). Ihr Mann Salih Aytekin hatte sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. Vor dem Haus fand man Blutsspuren und zerrissene Kleidung. Die Dorfbewohner glaubten, es handle sich um eine Wolfs-Attacke. Die Behörden vermuteten, es könne ein Ehrenmord gewesen sein. Die Ermittlungen erübrigten sich, als ein Kind Saniye Aytekin im Haus ihrer Eltern sah und das Ganze im Dorf verkündete.

Frau wurde regelmäßig von Ehemann verprügelt

Aytekin erklärte bei ihrer Vernehmung der Polizei: „Mein Mann hat mich regelmäßig verprügelt. Er ist eine ganze Zeit lang immer sehr spät nach Hause gekommen. Wenn ich ihn gefragt habe, wo er war, hat er mich geschlagen. Ich habe meine Flucht drei Monate lang geplant. Ich wollte fliehen und alles so aussehen lassen, als hätten mich die Wölfe geholt. Unter dem Vorwand, Wäsche abhängen zu wollen bin ich vor die Tür gegangen. Vor dem Haus habe ich mein Kopftuch und einen Haarbüschel von mir liegen lassen. Ich habe meine Kleidung zerrissen und auch liegen gelassen. Dann habe ich das Blut von Hühnern, die ich vorher geschlachtet hatte, verschmiert. Auch wenn der Preis, der Tod sein sollte, wollte ich nicht in dieses Haus zurückkehren. Sobald ich ein Auto an der Straße gesehen hätte, wäre ich eingestiegen und geflüchtet. Es kam aber keines und deshalb bin ich zum Haus meines Vaters. Dort habe ich mich außerhalb des Hauses versteckt. Meine Mutter und meine Geschwister haben mich gesehen. Mein Vater wusste nichts davon. Wenn er nicht da war, konnte ich ins Haus. Ich hätte nicht gedacht, dass es so kommen würde. Ich will nicht zu meinem Mann zurück.“

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