Erdoğan: Alles was die Istanbul-Skyline stört wird abgerissen!

Seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert, wie hässliche Wolkenkratzer die Skyline von Istanbul zerstören. Jetzt sollen auf die Worte auch Taten folgen: alle störenden Gebäude sollen „gestutzt“ werden.

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Alle Gebäude, die die Skyline von Istanbul stören, sollen abgerissen werden. Wie der Nachrichtensender ntv berichtet, verkündete das der Minister für Kultur und Tourismus, Ertuğrul Günay in einer Fernsehsendung.

„Der Ministerpräsident hat die Stadtverwaltung aufgefordert, einen neuen Plan der Stadt zu erstellen und alle vorhandenen Gebäude dementsprechend zu verbessern. Dabei kann es auch vorkommen, dass manche Gebäude abgerissen werden müssen“. Günay verwies darauf, dass während der Bürgermeisterschaft von Nurettin Sözen von 1989-1994 gerade mal ein paar Stockwerke des Park Hotel abgerissen wurde. Jetzt jedoch soll kein störendes Gebäude mehr übrig bleiben. (Der Film „Ecumeopolis“ hatte auf die Schattenseiten des Wachstums der Stadt Istanbul aufmerksam gemacht, mehr hier)

Auch äußerte sich Günay zu dem Fußballstadion von Beşiktaş: “Wenn der Verein versuchen würde, das Stadion abzureißen, um an derselben Stelle ein neues Stadion zu errichten, kann es sein, dass es ihnen weggenommen wird”. Unter dem Stadion befinden sich die Gänge des Sultanspalastes, die so breit seien, dass Autos durchfahren können. „Daraus kann man aber keine Garage machen. Da unten sind historische Schätze. Und dann kann man darüber auch kein Stadion mehr errichten”, so Günay weiter. Er erinnerte daran, dass das Stadion zur Zeit der Einparteien-Regierung 1939 gebaut wurde. Jetzt aber gäbe es die Zivilgesellschaft und einen Sinn für Geschichte. Eine Veränderung könnte also dazu führen, dass das Stadion ganz abgerissen wird.

Er erinnerte daran, dass das Stadion auf dem Grundstück steht, auf dem vor 1939 die Kaserne von Taksim gestanden hat. Dahinter stehe die Auseinandersetzung der Republik mit seiner osmanischen Vergangenheit. Er selbst sehe keinen Sinn darin, direkt hinter einem Palast ein Fußballstadion zu errichten. „Das kommt einer Herabwürdigung gleich”, so Günay.

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