58 Prozent mehr türkische Auslandsinvestitionen im Jahr 2011

Die Türken nutzen die Krise vieler Industriestaaten und gehen auf „Schnäppchenjagd“ im Ausland: 2011 wurden mehr als 2,23 Milliarden außerhalb der Türkei investiert, vor allem im Dienstleistungssektor. Ausländische Investoren in der Türkei investieren hingegen bevorzugt in Banken und Versicherungen.

Die Türken haben in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres um mehr als 2,23 Milliarden US-Dollar im Ausland eingekauft. Das ist eine Steigerung um stolze 58,3 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum 2010. Das berichtet die Tageszeitung Zaman, die sich auf die Nachrichtenagentur Anatolia beruft.

Die Angaben der Zentralbank in der Türkei belegen, dass speziell für Dienstleistungen Geld ausgeben wurde, und dabei insbesondere für die Bereiche Transport, Lagerung und Kommunikation. Dem folgte der industrielle Sektor mit 9,59 Milliarden US-Dollar. Im Gegensatz dazu betrugen die Investitionen, die im vergangenen Jahr in den Sektor Landwirtschaft gemacht wurden, nur 15 Millionen US Dollar.

Auf der anderen Seite flossen in demselben Zeitraum 2011 11,5 Milliarden Dollar ausländische Direktinvestitionen in die Türkei. (Flüchtet das europäische Kapital in die Türkei? – mehr hier) In den ersten 10 Monaten flossen über neun Milliarden internationales Kapital in die Türkei. Die attraktivsten Sektoren waren das Bankwesen sowie Versicherung, gefolgt von Energie und verarbeitender Industrie. 86 Prozent der Investitionen kamen aus EU-Ländern.

Die türkische Wirtschaft war um fast neun Prozent im Jahr 2010 gewachsen und weiteren 9,6 Prozent in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres. Die Regierung erwartet einen weiteren Anstieg zwischen vier und fünf Prozent.

Nach Angaben der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) zog die Türkei ausländische Direktinvestitionen im Wert von 9,1 Milliarde Dollar an und schaffte es bei den weltweit attraktivsten Adressen für Investitionen auf Platz 27. Die meisten ausländischen Direktinvestitionen flossen zwischen 2006 und 2008 in die Türkei mit einem jährlichen Durchschnitt von über 20 Milliarden US Dollar. Die Wirtschaft war in diesem Zeitraum um durchschnittlich 4,1 Prozent pro Jahr gewachsen.

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