Fußball-Manipulationsskandal: Kein Zwangsabstieg für türkische Vereine

Der türkische Fußballverband (TFF) hat am Montag beschlossen, am 26. Januar eine außerordentliche Versammlung herbeizurufen. Hierbei geht es nicht um etwa Neuwahlen, sondern um den Paragraphen 58 des Sportgesetzes gegen Spielmanipulationen. Die Strafe soll im Falle einer bewiesen Manipulation gemildert werden.

Wie bekannt wurde, wollen diverse Fußballfunktionäre in der Türkei den 58. Paragraphen milder gestalten und ein Zwangsabstieg damit operativ unmöglich machen. Vielmehr sei geplant, Punktabzüge als Disziplinarstrafen zu verhängen. Etliche TFF-Funktionäre und Delegierte werden am 26. Januar darüber beraten und am Ende abstimmen. Das Sportgesetz wurde vom türkischen Parlament in die Wege geleitet, als der Verband dies als notwendig empfand (April 2011). Allerdings gab es schon bei der Veröffentlichung Klagepunkte vieler Experten. Das Gesetz falle durch die Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren sehr hart aus.

Fakten: Anklageschrift und Tonbändern beweisen versuchte Manipulationen

Noch vor der Gerichtsverhandlung will der TFF die Strafmaße mildern! – damit ist klar, dass in der SüperLig geschoben wurde. Eine Einsicht in die Anklageschrift und den aufgenommenen Telefongesprächen verdeutlicht versuchte Spielmanipulationen bis ins Detail (Olgun Peker ist Hauptangeklagter im Fall der Manipulationen – mehr dazu hier). Ob am Ende wirklich geschoben wurde, dass entscheiden die höchsten Strafrichter der Türkei.

Wer soll manipuliert haben?

Der Präsident der TTF, Mehmet Ali Aydinlar, gab vor einigen Wochen an, dass die Strafen erst am Ende der laufenden Saison verhängt werden. In akuter Gefahr sind Fenerbahçe, Istanbul BB, Sivasspor, Mersin Idmanyurdu und Eşkişehirspor (die Untersuchungen des TFF wirkten sich auf die Süper Lig aus – mehr hier und hier). Das Pokalendspiel zwischen Beşiktaş und Istanbul BB geriet in den Schatten, weil die betroffenen Spieler auf freiem Fuß sind und auch im Pokalfinale Tore sowie Vorlagen erzielten. Tayfur Havutcu und Serdar Adali (BJK-Funktionäre) sind schon länger aus der U-Haft entlassen.

Mehr zum Thema:

Spielmanipulationen: Fenerbahçe-Präsident drohen 114 Jahre Haft
Türkei: Olgun Peker Hauptangeklagter im Fußball-Manipulationsskandal
Manipulationsskandal: Hiddink in Sorge um Image des türkischen Fußballs

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.