US-Präsidentschafts-Kandidat: Islamistische Terroristen regieren die Türkei

Kaum hat Präsidentschaftskandidat Rick Perry sein umstrittenes Statement über den Ausschluss aus der NATO abgegeben, tritt seine Beraterin vor die Medien und versucht, seine Worte zu erklären. Doch wie ernst sind die Aussagen des Mannes zu nehmen, der kein Sympathieträger ist und sich bei anderer Gelegenheit schon lächerlich gemacht hatte?

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Der Gouverneur von Texas und Präsidentschaftskandidat der Republikaner Rick Perry geht auf Stimmfang, in dem er die Türkei zum Teil seiner Wahlpropaganda macht.

Das Live-Interview, in dem sich Perry bei den Vorrunden zu den Wahlen zu den Präsidentschaftskandidaten in South Carolina behaupten musste, wurde vom konservativen US-Fernsehsender Fox News übertragen.

Wie die Tageszeitung Zaman berichtet, fragte der Diskussionsleiter Bret Baier Perry nach der Zukunft der Türkei in der NATO „angesichts der Tatsache, dass die Morde an Frauen um 1.400 Prozent zugenommen haben, die Pressefreiheit auf das Niveau von Russland gesunken ist, der Ministerpräsident sich mit der Hamas verbündet und die Türkei mit Militäraktionen gegen Israel und Zypern droht seit dem die islamistisch-orientierte Partei an der Regierung ist“.

Perrys Antwort: „Wenn man ein Land hat, das regiert wird von Leuten, die viele als islamistische Terroristen betrachten und wenn man dann sieht, dass sie gegen ihr eigenes Volk vorgehen, dann muss man nicht nur eine Diskussion darüber führen, ob das Land in die NATO gehört, sondern darüber, ob die USA ihre Hilfe an das Land stoppt“.

Perry erzählte in diesem Zusammenhang, dass er in den 1970er Jahren als Pilot der amerikanischen Luftwaffe in der Türkei gedient habe. „Damals war die Türkei unser Verbündeter, aber heute sehe ich das nicht mehr“ (wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, dann verkaufen die USA aber noch immer gerne Waffen an die Türkei – mehr dazu hier).

Botschaft an die Türkei: Die USA meinen es ernst

Eine klare Botschaft müsse von dem amerikanischen Präsidenten ausgehen, so Perry: „Es gibt keine Lücke zwischen Israel und den USA. Punkt“. Die Nachricht, die an den Iran, Syrien und die Türkei gehe, sei: „Die USA meinen es ernst und man wird es euch nicht leicht machen“ (auch US-Außenministerin Clinton hatte vor einiger Zeit die Türkei zu einer Verbesserung der Verhältnisse mit den Nachbarländern aufgerufen – mehr dazu hier).

Das Wahlteam um Perry muss sich des Streitpotentials seiner Worte bewusst geworden sein. Wenig später richtete sich nämlich seine Beraterin für Außenpolitik an die Medien. Es gäbe Menschen, die die türkische Regierung aufgrund ihrer Unterstützung der Hamas und die Hilfsflotte gegen Israel als islamistische Terroristen betrachten würden, so Victoria Coates.

„Der Gouverneur antwortete auf die Fragen des Interviewers. Die Gewalt gegen Frauen sowie die Verbindung zu der Hamas werden, so wie er gesagt hat, von vielen Leuten in Zusammenhang mit islamistischen Terroristen gebracht. Gerne würde er mit der Türkei in regionalen Fragen wie Syrien oder dem Irak zusammenarbeiten, doch diese anderen Sachen stören ihn an dem Land“.

Perry war bereits vorher einmal zum Gespött der Leute geworden, als er in Michigan den wichtigsten Teil seiner Rede vergessen hatte. Die Stimmen, die er in Iowa und New Hampshire bekommen hat, lassen vermuten, dass seine Chancen als Präsidentschaftskandidat aufgestellt zu werden, eher gering sind, so die Hürriyet.

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