Diyarbakır: Massengrab auf ehemaligem Militärstützpunkt gefunden

15 Totenschädel wurden bei Bauarbeiten in der türkischen Provinz Diyarbakir gefunden. Früher wurde das Gebiet von der JITEM, einer militärischen Einheit zur Terrorabwehr, genutzt.

Seit dem ersten Fund am 11. Januar, werden immer mehr Knochen auf dem ehemaligen Militärstützpunkt in Diyarbakır gefunden (in Diyarbakır kam es kürzlich zu einem Angriff auf Zivilisten – mehr hier). Am Dienstag wurde die Zahl auf 15 Schädel erhöht. Mit weiteren Funden werde offenbar gerechnet.

Raci Bilici, Vorsitzender der Gesellschaft für Menschenrechte in Diyarbakır (IHD), fordert Grabungen an vielen weiteren Stellen. Er erklärt: „Bisher wurden bei uns 18 Personen von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet“, berichten türkische Medien.

Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig, denn der Ort, an dem die Totenschädel gefunden wurden, steht unter Naturschutz. Schweres technisches Gerät darf dadurch nicht angewendet werden und die Behörden kommen nur langsam voran. Das Institut zum Schutz von Kulturgütern in Diyarbakır werde womöglich schon bald eine Entscheidung treffen, um die Arbeiten zu erleichtern, so der Instituts-Präsident Prof.Dr. Abdulselam Uluçam.

Kurz nach den ersten Funden besuchten Politiker den Ort. Sezgin Tanrıkulu von der CHP erklärte vor Ort: „In der Vergangenheit war die Türkei stolz auf ihre unterirdischen Minen, jetzt hat die Türkei mehr, auf das sie stolz sein kann, nämlich Totenschädel und Knochen von ungeklärten Morden“ (Tanrıkulus Aussagen werden von seiner Partei genauestens beobachtet – mehr dazu hier).

Die gefundenen Knochen sollen nun mit den DNA-Proben der vermissten Personen verglichen werden.

Mehr zum Thema:

Diyarbakır hat jetzt seine erste Frauen-Fußballmannschaft 
Angst vor PKK-Anschlägen: Im Südosten der Türkei bleiben die Touristen aus 
Explosion in türkischem Studentenheim in Diyarbakir

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.