Irakisches Kulturgut: Brite soll Pobacke von Saddam-Statue zurückgeben

Das hätte sich der 52-jährige Nigel "Spud" Ely wohl nicht träumen lassen. Das einstige Mitglied eines britischen Fernsehsenders wurde nun von den irakischen Behörden aufgefordert, ein Stück von Saddam Husseins Statue, das er einst mitgenommen hat, zurück zu geben.

Doch wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Forderung gegenüber dem Briten? Angefangen hat die Geschichte, so berichtet „The Sun“, im April 2003. Damals begleitete Nigel „Spud“ Ely ein Kamerateam , das gerade filmte, wie unter großem Jubel die gigantische Statue des einstigen Diktators in Baghdad eingerissen wurde. Auch Nigel nahm ein etwa 20 Zentimeter großes Stück des zerstörten Denkmals, das vermutlich einst zum Allerwertesten Saddam Husseins gehörte, an sich und brachte es mit in seine Heimat Großbritannien.

Iraker wollen Stück aus Husseins Bronze-Statue zurück

Jetzt, ganze neun Jahre später, ist die irakische Regierung jedoch der Ansicht, dass es sich bei dem entwendeten Stück Bronze um „irakisches Kulturgut“ handeln würde. Der Brite solle das Teil zurückgeben. Andernfalls hätte er mit einer Anklage wegen Diebstahls zu rechnen.

Kunstwerk soll Geld für britische Versehrte einbringen

Selbstredend wurde der aus Derby stammende Nigel im Zuge der Beschwerde durch die irakische Botschaft auch von der britischen Polizei zum Fall verhört. Schließlich stellten sich die Eigentumsverhältnisse nicht ganz so eindeutig dar, wie von den Behörden dargelegt. Doch mittlerweile, so gab Nigel dort an, habe er aus dem Bronzeteil ein Kunstwerk gefertigt, das ihm zum rechtmäßigen Besitzer des Ganzen mache. Erst im vergangenen Oktober hatte er erfolglos versucht das Stück zu versteigern, um so Geld für verletzte Soldaten zu sammeln. Nigel erzählt: „Als ich es bekam, war es einfach nur ein Stück Altmetall. Ich habe das nur getan, um Geld für die Truppenwohlfahrt zu sammeln.“ Falls die Irakis dasselbe vorhätten, dann würde er das Kunstwerk gerne zurückgeben.

Wie die Geschichte am Ende ausgehen wird, ist derzeit noch völlig offen.

Mosaikstück aus Hagia Sophie kommt freiwillig zurück in Türkei

Völlig anders gestaltete sich übrigens die Sache mit dem „Kulturgut“ im Fall eines Mosaikstücks aus der Hagia Sophia. Ganze 55 Jahre nachdem Mitarbeiter des Hagia Sophia Museums einige antike Mosaikstücke amerikanischen Touristen gegeben hatten, sind diese nun wieder zurück in der Heimat. Während eines Besuches des weltberühmten Monuments im Jahr 1956 wurden der Amerikanerin Eliza B. Chrystie die historischen Mosaikstücke von einem Angestellten gegeben. Diese hat die Kleinode jetzt höchstpersönlich zurück in die Türkei gebracht (in Istanbul angekommen vertraute sie die Mosaike einem Juwelier an – mehr hier).

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