Türkischer Milch-Skandal: Welche Produkte sind noch genießbar?

Vor einem Jahr waren Spuren von Antibiotika in Milch nachgewiesen worden. Doch der türkische Minister für Nahrungsmittel wehrt sich gegen den Vorwurf, türkische Produkte seien gesundheitsgefährdend. Ob er das zerkratzte Image noch polieren kann?

Demonstrativ ließ sich der mit Minister für Nahrungsmittel, Landwirtschaft und Tierbestand, Mehmet Mehdi Eker mit einem Glas Milch ablichten. Das Zeichen, das er damit setzen wollte, ist unmissverständlich: Unsere Milch ist sicher! Wie erfolgreich sein Auftritt jedoch nach seinen gestrigen Aussagen ist, bleibt abzuwarten.
Einen Tag vorher hatte er selber noch für Verunsicherungen gesorgt. „Spuren von Antibiotika und Alpha Toxin M1 können während Proben und Inspektionen des Ministeriums in der Milch gefunden werden“ hatte Eker auf eine schriftliche Anfrage eines Parlamentsabgeordneten geantwortet, so ein Bericht der Tageszeitung Radikal. (Die Türkei möchte nach dem Vorbild der EU die Nahrungsmittelsicherheit stärker überwachen, mehr hier)

Diese könnten zu Krebs, Hepatitis und Zirrhose (Leberschrumpfung) führen, wie das Nachrichtenportal haberinkalbi berichtet.

Dagegen sagte Ali Osman Mola, Vorsitzender Koordinator der ASÜD (Association Of Packed Milk and Milk Products Industry) mit Sitz in Ankara: „Es gibt kein Problem was die Bekanntmachung der Namen der betroffenen Unternehmen angeht, aber es gibt ernsthafte Bedenken, ob die Labore adäquat sind“, so die Tagezeitung Hürriyet.
Eker hatte gesagt, dass das Ministerium der Sache nachgehen werde. Das Unternehmen war, damals noch unter den geltenden alten Regulierungen, bestraft worden. Um welches Unternehmen es sich dabei gehandelt hat, wird nicht öffentlich gemacht. Das Ministerium dagegen möchte die Öffentlichkeit über die Unternehmen, die riskante Milch vertreiben, unterrichten. Abgeordnete der MHP und CHP wollen den Fall dem Parlament (TBMM) vorlegen.

Außerdem würde das Ministerium an einem Projekt arbeiten, bei dem jedem Haushalt ein Lebensmittelspezialist zu Verfügung gestellt wird, bei dem man sich über risikoreiche Lebensmittel informieren kann.

Nun versucht der Minister allerdings durch seine Aussagen aufgebrachte Gemüter zu besänftigen. Sein Kommentar zu seinen Angaben: „erbarmungslos“.

„Das trifft noch nicht einmal zu für einen von 1000 Fällen. Es gibt nichts, was unsere Bevölkerung zu beunruhigen hat“, so Eker. Außerdem habe das Ministerium erst kürzlich Regulierungen verabschiedet, um auch den geringsten Verdacht auf Spuren von Antibiotika in der Milch auszuschließen.

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