Costa Concordia: Kreuzfahrtschiff sinkt als Titanic-Hit gespielt wird

Als die ersten Passagiere nach dem Kentern des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia am vergangenen Wochenende ihre Stimme wiedergefunden hatten, waren sie mit einem Vergleich ziemlich schnell: "So ähnlich wie im Film 'Titanic'" mutete das Grauen an, das sie erleben mussten. Jetzt wird ein neues Detail des Unglücks bekannt. Und das passt, so makaber es ist, genau in dieses Muster.

Es müssen schreckliche Szenen gewesen sein, die sich vor einigen Tagen an der toskanischen Küste abgespielt haben. Kaum eine Stunde vergeht, in der die Medien nicht neue Einzelheiten zum Unglück des riesigen Kreuzfahrtschiffes bereithalten. „Innerhalb kürzester Zeit bekam es eine Schräglage, so dass die Vasen von den Tischen fielen, von den Tresen fiel alles runter, (…) einige Leute stolperten von den Treppen runter. Ohne Quatsch – so ähnlich wie im Film ‚Titanic‘, man hat es nicht geglaubt“, beschrieb ein deutscher Geschäftsmann das Erlebte nur wenige Stunden später in einem Telefonat gegenüber einer großen deutschen Zeitung.

Wie treffend sein Verweis auf den Hollywood-Film tatsächlich war, das ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Erst jetzt kam heraus, so berichtet die britische „Sun“, dass just im Moment des Unglücks am vergangenen Freitagabend ein an Bord befindliches Restaurant den großen Hit von Celine Dion seinen Gästen zum Besten gab.

Schwere Vorwürfe gegen Crew der Costa Concordia

Welche Ironie, dass die mehr als 4000 Passagiere ausgerechnet zu „My Heart Will Go On“ aus James Camerons Drama mit Leonardo Di Caprio und Kate Winslet die wohl schlimmsten Stunden ihres Lebens durch zu stehen haben. Berichtet wurde der „Sun“ dieses makabere Detail vom Schweizer Yannic Sgaga, der mit seinem Bruder Kevin dem Liebeslied zum Zeitpunkt des Unfalls lauschte. Die beiden Männer, so berichtet, Yannic Sgaga weiter, seien sich einig: Dank der Inkompetenz der Besatzung sei das Evakuierungsprozedere jedoch um einiges schlimmer als auf der Titanic gewesen. Nichtsdestotrotz: „Die Eindrücke des Films sind realistischer als man denkt. Sie drängen sich mir immer wieder ins Gedächtnis.“ An diesem verhängnisvollen Abend hätte ihnen jedoch niemand geholfen. Ledliglich ein paar Mitglieder der Küchencrew seien da gewesen – sonstige Mitglieder des Teams? Nicht auszumachen!

Georg Linsi, ebenfalls ein Schweizer, der überlebt hat, schließt sich dieser Einschätzung an: „Die Evakuierung war eine Katastrophe innerhalb der Katastrophe. Niemals in meinem Leben habe ich so viel Inkompetenz, Unwissenheit und Verantwortungslosigkeit gesehen.“ Selbst als sich das Boot bereits zur Seite neigte, so erzählt er weiter, seien noch hunderte Menschen im Innenraum gewesen, die keinerlei Informationen bekommen hätten. Die Panik, so beschreibt er, sei allgegenwärtig gewesen. Er selbst habe drei Stunden gebraucht, um dem sinkenden Schiff nahe der Insel Giglio zu entkommen.

Unterdessen ist die Zahl der Todesopfer weiter angestiegen. Mittlerweile wurden elf Leichen geborgen. Laut italienischen Behörden werden derzeit 29 Personen vermisst. 14 davon sind deutsche Staatsangehörige (bereits am vergangenen Samstag war klar, dass alle türkischen Passageiere gerettet wurden – mehr hier).

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