Trotz SOPA Querelen: Hollywood steht hinter Barack Obama

Aus Protest gegen SOPA und PIPA blieben die englischsprachige Wikipedia für 24 Stunden schwarz - und mit ihr Tausende Webseiten in den gesamten USA. An vielen Orten im Netz wurde zum Protest gegen geplante Netzsperren aufgerufen. Doch Hollywood und die Musikindustrie, die seit Jahren an Raubkopierern zu verzweifeln scheinen, halten den Ball gegen Obama flach.

Der Sturm im Internet hat offenbar nicht bis an die edlen Tische so mancher Wahlkampf-Veranstaltung herangereicht. Wie „Hollywoodreporter“ derzeit berichtet, finden nach wie vor Spendenveranstaltungen für US-Präsident Barack Obama statt. Und das trotz ihrer Enttäuschung über die Entwicklungen bezüglich SOPA, den so genannten Stop Online Piracy Act.

Obama: Kein Boykott aus Hollywood zu befürchten

Während einzelne Entscheider in Hollywood ihre Unterstützung für Obama zurückziehen, weil er sich weigere, die Anti-Piraterie-Gesetzgebung der Republikaner zu unterstützen – das Weiße Haus hatte mitgeteilt, dass man kein Gesetz unterstütze, das die Meinungsfreiheit einschränke, die Risiken der Cyber-Sicherheit erhöhe oder die dynamische und innovative Kraft des weltweiten Netzes untergrabe – gäbe es keinen allgemeinen „Boykott“. Ein solcher, so Insider gegenüber „Hollywoodreporter“, sei auch nicht geplant.

So werde etwa Dreamworks-Chef Jeffrey Katzenberg, Obamas Hauptunterstützter in der Filmindustrie, weiterhin Geld für den Wahlkampf des Präsidenten sammeln. Das bestätigte dessen Sprecher am vergangenen Mittwoch. Darüber hinaus gäbe es nach wie vor Pläne Obama am 15. Februar für eine ganze Reihe von Spendenveranstaltungen nach L.A. zu holen. „Trotz der Enttäuschung über die Erklärung des Weißen Hauses bezüglich SOPA wird Jeffrey Katzenberg weiterhin für Obama Geld beschaffen“, so Katzenbergs politischer Berater Andy Spahn. Auch andere Mogule Hollywoods, die schon mehrfach für die Demokraten in Erscheinung getreten sind, seien, so erklärt ein Insider gegenüber dem Magazin, nicht auf Protest gebürstet. Es gäbe keine Bemühungen sich nicht weiter für Obama zu engagieren.

SOPA ist wichtig für die Film- und Musikindustrie

„Das [Anti-Piraterie] Gesetz ist sehr wichtig für uns, aber niemand hat über einen Boykott diskutiert,“ so ein Top-Manager. „Dies ist eine persönliche Angelegenheit jedes Einzelnen. Einige werden Obama unterstützten. Einige nicht.“

Bereits am 31. Januar wird Michelle Obama in Los Angeles bei Nicole Avant und Ted Sarandos zu Gast sein. Auch Vize-Präsidet Joe Biden macht sich auf den Weg in die Traumfabrik. Bereits an diesem Freitag nimmt er an einem Spendenfrühstück in Beverly Hills teil.

Die Gesetzesinitiative des texanischen Abgeordneten Lamar S. Smith und zwölf weiteren Unterstützern hat zum Ziel, dass US-amerikanische Urheberrechtsinhaber künftig deutlich härter als bisher vorgehen dürfen. Mit SOPA soll der Missbrauch urheberrechtlich geschützter Inhalte im Netz bekämpft werden, indem vermeintlich rechtswidrige Inhalte umstandslos aus dem Web entfernt werden. Im Visier sind dabei besonders ausländische Webseiten. Statt eines glatten Durchmarsches des Gesetzes, das von der von der amerikanischen Film- und Musikindustrie angestoßen wurde, ist dies aber nun vom US-Repräsentantenhaus vorerst auf Eis gelegt worden. Es gilt, umstrittene Passagen zu prüfen.

Andernorts ist man in Sachen File-Sharing übrigens wesentlich liberaler. Im Königreich Schweden gibt es seit kurzem sogar eine neue Religion zum Thema. Die Anhänger der Gruppe der Informations-Verbreiter wurden nach dem dritten Anlauf offiziell als Glaubensgemeinschaft anerkannt (eine Legalisierung der Piraterie geht damit allerdings nicht einher – mehr hier). Ohnehin sollte die Entscheidungs träger vielleicht mehr in Richtung Arianna Huffington, Mitbegründerin und Chefredakteurin der Online-Zeitung „The Huffington Post“, horchen. Schon vor längerem stellte sie fest, dass die Bemühungen von Regierungen, unter anderem auch der türkischen, Internetmedien und Webseiten zu zensieren hoffnungslos seien (sie ist der Ansicht, dass die User findig genug sind, um schnell neue Wege zu finden – mehr hier).

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