Markenstreit: Griechenland und Bulgarien wollen türkische Produktnamen

Griechen, Türken, Bulgaren: Alle glauben Baklava, Döner und Lokum kommen aus dem eigenen Land. Die EU muss in den einzelnen Fällen entscheiden. Das türkische Patentamt versucht, die Anmeldung der lokalen Produkte zu unterstützen.

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Das türkische Patentamt (TPE) startet eine Kampagne, um Bulgarien und Griechenland daran zu hindern, Markennamen türkischer Produkte registrieren zu lassen (das Image der nationalen Marken soll zudem aufpoliert werden – mehr hier). Bisher hat die Türkei die Rechte auf 147 lokale Produkte von der EU erhalten. Die kulturelle Verbundenheit und gemeinsame Geschichte führte dazu, dass die drei Länder viele ähnliche Produkte haben (die Schuldenkrise führt wieder zu mehr Verbundenheit, viele Griechen versuchen ihr Glück nämlich in der Türkei – mehr hier). Streitthemen sind besonders das Baklava, ein sehr süßes Gebäck aus Blätterteig, der Döner, wobei es sich nicht um die deutsche Variante im Brot handelt und der türkische Honig, auch Lokum genannt.

TPE-Vorsitzender Habip Hasan erklärte der Nachrichtenagentur „Anatolia“, das Amt werde Vereine unterstützen, die weitere lokale Produkte registrieren lassen wollen. Außer den schon 147 schon registrierten Produkten, werte das Amt derzeit weitere 160 Produktanmeldungen aus (die Anmeldung des Patents auf Atatürk hat man versäumt – mehr dazu hier).

Die europäische Kommission berücksichtig nur Anfragen, die schon im eigenen Land registriert wurden. Bei dem Streit geht es nicht nur um Nahrungsmittel. Auch das Schattentheater „Karagöz und Hacivat“ beanspruchen mehrere Länder für sich und glauben, der Ursprung liege im eigenen Land.

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