Weltbank: Türkei ist akut gefährdet!

Die türkische Politik glaubt, die weltweite Krise werde spurlos an der Türkei vorbei ziehen. Die Weltbank sieht das nun ganz anders: Am härtesten würde eine Krise nämlich Länder wie die Türkei treffen.

+++ Aktuell: Behörden warnen vor neuer PKK-Gefahr in Deutschland +++

In ihrer neuen Wirtschaftsprognose warnt die Weltbank vor den Konsequenzen einer stagnierenden Weltwirtschaft. Am härtesten würde es nämlich Länder wie die Türkei treffen.

Während die Weltbank das Bruttoinlandsprodukt der Türkei für 2012 im Juni 2011 noch auf 5,1 Prozent geschätzt hatte, korrigierte sie die Zahl nun runter auf 2,9 Prozent. Die Prognosen für das Bruttoinlandsprojekt für das Jahr 2013 korrigierte sie von 5,3 Prozent auf 4,2 Prozent.

„Die Risiken sind besonders akut in Ländern wie der Türkei mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit, einer hoher Schuldenquote und niedrigen Währungsreserven“, sagte die Weltbank. Das alles setze die türkische Lira unter Druck. „Tatsächlich wird das Leistungsbilanzdefizit der Türkei für 2011 sechs Mal höher geschätzt als die Netto-Auslandsdirektinvestitionen (FID) für 2011. Außerdem betragen die kurzfristigen Schulden 80 Prozent der Reserven“, sagte die Weltbank (und das obwohl das türkische Leistungsbilanzdefizit im November 2011 zum ersten Mal seit zwei Jahren geschrumpft ist, mehr hier). Zusätzlich wird erwähnt, dass die Währungsreserven durch die häufigen Dollar-Verkäufe in den vergangenen Monaten deutlich gesunken sind.

Türkei ist auf finanzielle Hilfe angewiesen

Ausgehend von der Annahme, dass das Leistungsbilanzdefizit weiterhin 9,8 Prozent des Inlandsprodukts ausmacht, hat die Türkei einen externen Finanzierungsbedarf von 19 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Länder, die in diesem Ausmaß abhängig sind, treffen schwierigere Kreditvergaben umso härter, sagte die Weltbank.

Eine weitere wirtschaftliche Rezession, wie die im Jahr 2008, könnte die Türkei hart treffen. Die Türkei ist durch produzierende Gewerbe stark abhängig von Exporten, die im Falle einer Krise einbrechen würden. Auch sei die Inflation in der Türkei „bedenklich“, so die Weltbank.

Die Krise in der Euro-Zone ist gefährlich

Eine Eskalation der Schuldenkrise der Euro-Zone könnte die Welt in weitere Turbulenzen stürzen. Auf dieses „reale Risiko“ sollten sich die Entwicklungsländer gefasst machen.

In dem von der Weltbank mit Sitz in Washington veröffentlichten Bericht heißt es, Europa würde sich vermutlich bereits in einer Rezession befinden. Prognosen zufolge wird das Weltwirtschaftswachstum dieses Jahr 2,5 Prozent, 2013 3,1 Prozent betragen. Das sind 3,6 Prozent unter dem im Juni pro Jahr prognostiziertem Wert.

Mehr zu dem Thema:
Steigende Arbeitslosigkeit: Türkischer Wirtschaftsaufschwung stockt
„Made in Turkey“-Image braucht dringend eine Kurskorrektur!
Türkei: „Made in Hereke“ Teppiche kommen aus China

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.