Abdullah Avcı in Deutschland: Türkei unterschätzt eigene Jugend!

Werden die deutsch-türkischen U17-Talente für Deutschland oder die Türkei spielen? Diese Frage beantworteten die Spieler selbst und ziemlich klar. Fünf Absagen und Körbe folgten gegenüber dem türkischen Fußballverband. Eine Loyalitätsentscheidung kann eben auch Abdullah Avcı nicht erzwingen! Er ist von Freitag bis Dienstag in Deutschland. Ob er es trotzdem versuchen sollte, mit den Eltern der Kicker zu reden?

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Fünf klare Absagen an den türkischen Verband!

Die Vorstellung und das Vorhaben in Deutschland ausgebildete türkischstämmige Talente in eine andere Fußballwelt zu holen stößt auf viele Hindernisse. In Deutschland genießen die Jugendspieler exzellente duale Ausbildungsmöglichkeiten. Der DFB und die Bundesliga-Vereine sorgen für eine ganzheitliche Ausbildung der jungen Fußballer. Ebenso sehen die jungen Kicker die Möglichkeiten einer großen Karriere beim DFB größer als in der Türkei. Deshalb sind die Aussagen der begehrten Spieler nicht sehr verwunderlich.

Es sollte ein Kampf um die Spieler der deutschen U17-Jugendnationalmannschaft werden. Doch wie es aussieht, sind die Entscheidungen längst gefallen. Die Bild-Zeitung fragte die Talente zum Verbands-Wechsel. Emre Can (18/ Bayern München) und Koray Günter (17/ Borussia Dortmund) wollen erst gar nicht den türkischen Nationaltrainer Abdullah Avcı treffen. Samed Yesil (17/ Bayer 04 Leverkusen) konterte mit den Sätzen: „Ich will deutscher A-Nationalspieler werden. Daran würde auch ein Treffen mit Avci nichts ändern.“ Der Kölner Koray Kacinoglu (17) meldete sich auch zu Wort: „Mit der türkischen Nationalmannschaft beschäftige ich mich überhaupt nicht. Ich habe mich für Deutschland entschieden, daran wird sich nichts ändern.“

Für den Stuttgarter Robin Yalcin (17/ VfB Stuttgart) stelle sich nicht einmal die Frage eines Wechsels zum türkischen Verband. Der Knappe Kaan Ayhan (17) kommentierte auch die Überredungsreise von Avcı: „Ich sehe keinen Grund, nicht weiter für den DFB zu spielen, wenn ich nominiert werde.“

Einzig Levent Aycicek ließ einen kleinen Spalt der Türe offen. Allerdings sei ein Wechsel erst dann überlegenswert, wenn der Bremer längere Zeit beim DFB nicht ins Trikot schlüpfen dürfte (es gibt aber noch mehr deutsch-türkische Talente – mehr dazu hier).

Trotzdem ist Avcı nach türkischen Medienberichten vom 20. bis zum 24. Januar in Deutschland. Hier trifft er sich mit dem Europa-Beauftragten des türkischen Fußball-Verbandes, Erdal Keser.

Türkei muss eigene Talente besser fördern!

Ein Appell gilt an dieser Stelle an den türkischen Fußballverband und an die türkischen Fußballautoritäten. Die Türkei hat weit mehr Jugendliche und erfolgshungrige Kicker im eigenen Land. Da aber in dieser Hinsicht die Wertschätzung dieser Tatsache fehlt und es an Konzepten mangelt, um die Talente in die Professionalität zu integrieren, will der Verband kurzerhand frisch und „fertig gebackene“ Fußballer binden. Das sieht ungefähr so aus: Der deutsche Bäcker soll den Teig herstellen, das Brot backen, aber es nicht essen!

Mit der anvisierten Wechsel-Mentalität und der prekären Jugendarbeit wird der türkische Fußball noch etliche Körbe einstecken müssen. Erwähnenswert ist auch, dass die deutsch-türkischen Talente zuerst türkisch sind und danach deutsch. D.h. dass die Talente ohne wenn und aber auch Loyal gegenüber der Türkei sein dürfen es aber nicht müssen. Aufgrund der deutschen Ausbildung ist es wohl eher angebracht für den DFB zu spielen.

Die Nachwuchsarbeit muss man ernst nehmen um zu verstehen was der deutsche Fußball nicht verlieren will! Große Vereine wie Besiktas, Fenerbahce und Galatasaray müssen in diese Rolle schlüpfen und als Pioniere dienen, um junge Fußballer für die Nation zu gewinnen.

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