Türkische Investoren wollen Automarke Saab kaufen

Die Brightwell Holdings BV, eine türkische Private-Equity-Firma, ist offenbar an dem im vergangenen Dezember Pleite gegangenen schwedischen Autohersteller Saab interessiert. Wie das Unternehmen nun bekannt gab, wolle man ein entsprechendes Gebot abgeben und den Betrieb wieder aufnehmen.

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„Wir werden in Kürze ein Gebot abgeben, daran besteht kein Zweifel“, gibt Zamier Ahmed, Vorstandsmitglied der in Istanbul ansässigen Brightwell Holdings BV, an diesem Freitag in London bekannt.

3500 Saab-Beschäftigte bangen um den Autohersteller

Brightwell, deren Interessensschwerpunkte vor allem in den Bereichen Energie, Transportwesen und Technologie liegen (und nicht wie beim türkischen BMW Importeur Borusan im Bereich Sponsoring – mehr hier), hat vor den in Trollhaettan angesiedelten Autohersteller, der 3500 Mitarbeiter beschäftigt, komplett aufzukaufen und die Produktion in Schweden zu belassen. Das türkische Unternehmen, so lässt Ahmed durchblicken, befände sich bereits in Gesprächen mit den Skandinaviern. So informiere man sich derzeit nicht nur bei der Administration über das Ausmaß der Insolvenz, sondern spreche auch mit Victor Muller, Chef des Saab-Eigentümers Swedish Automobile.

Saab, das sich derzeit im Besitz von Swedish Automobile N.V. (Swan) einem in Zeewolde, Holland, ansässigen Unternehmen befindet, hat am 19. Dezember 2011 einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem ihnen kurz zuvor das Geld ausgegangen war. Seit März vergangenen Jahres standen in Trollhaettan bereits die Bänder still. Das endgültige Aus, so verkündete Muller bereits im Dezember, könne mittlerweile nur noch durch einen finanzkräftigen Investor abgewendet werden.

Brightwell prüft Saab derzeit mit großer Sorgfalt

Brightwell wird, so kündigt Ahmed weiter an, ungefähr noch zwei Wochen benötigen, man prüfe derzeit das gesamte Saab-Vermögen – auch das Inventar, bevor man erste Angebote mit einer konkreten Summe unterbreiten könne. Alle Transaktionen bedürfen dann allerdings noch der Zustimmung von Saabs einstigem Eigentümer General Motors Co. (GM)  – die Übernahme fand erst 2010 statt – sowie der schwedischen Regierung und der Europäischen Investitionsbank.

Bereits Ende Dezember 2011 machten Verlautbarungen aus dem Saab-Management die Runde, wonach sogar der türkische Staat, dort verfügt man bisher noch über keinen eigenen Automobilhersteller (im Export von Autoteilen ist die Türkei jedoch ganz groß – mehr hier, auch ein eigenes Flugzeug wird produziert – mehr hier), selbst Interesse gezeigt hätte, den schwedischen Autohersteller zu retten. Der Kontakt soll auf Initiative von Saab-Chef Victor Muller zustande gekommen sein. Zuletzt hatte sich der chinesische Autokonzern Youngman zurückgezogen, da GM Produktionslizenzen verweigert hatte.

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