Rassismus-Verdacht in Dänemark: Junger Türke totgeprügelt

Der 21-jährige Türke Cem Aydın wurde am Donnerstag in Kopenhagen auf offener Straße angegriffen. Jetzt erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen. Viele sind sich bereits sicher, die Täter waren Neonazis. Die dänische Polizei bittet um Hilfe.

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Eine Gruppe von acht bis zehn Personen hat den jungen Türken vor seiner vor seiner eigenen Haustür angegriffen. Nach Angaben türkischer Medien haben Augenzeugen berichtet, dass die Täter zwischen 18 und 25 gewesen sein sollen. Sie sollen mit Stöcken auf Aydın eingeschlagen haben. Offenbar haben sie auch nicht von ihm abgelassen, als er schon am Boden lag. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Kopfverletzungen waren allerdings so schwer, dass am Freitag nur noch der Hirntod festgestellt werden konnte. Die Familie entschied sich schließlich dazu, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen (auch in Deutschland ist die Angst der Türkischstämmigen vor weiteren Straftaten groß – mehr hier).

Die dänische Polizei hat im Moment keine Tatverdächtigen. Hans Erik Raben, Leiter der Kripo von Kopenhagen erklärte: „Die Angreifer stiegen nach der Tat in einen silbernen BMW E46 der 3er Serie und in einen ebenfalls silbernen oder weißen Ford Mondeo Modell 2000-2005 ein. Wir bitten alle Augenzeugen, sich umgehend bei uns zu melden“.

Die Polizei habe sich derzeit noch auf kein Motiv festgelegt. Die Täter könnten ihn zufällig ausgewählt haben, es könne sich aber auch um eine Tat aufgrund einer marokkanischen Freundin von Aydın handeln, heißt es. Rassistische Motive werden auch nicht ausgeschlossen.

Sein Vater meldete sich ebenfalls zu Wort: „Ich will, dass die Täter umgehend gefasst und bestraft werden. Im Moment beschuldigen wir niemanden. Jeder liebte meinen Sohn. Er hatte keinen Kontakt zu irgendeiner Bande. Die Schuldigen zu finden, ist Aufgabe der Polizei.“ Er sagte, er habe Jugendliche, die seinen Sohn liebten, dazu aufgerufen, ruhig zu bleiben und nicht unbedacht zu handeln (in der türkischen Presse wurde der Fll direkt aufgenommen, auch die Untersuchungen zur NSU werden verfolgt – mehr hier).

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