Massengrab in Diyarbakır: Jetzt schon 19 Schädel gefunden

Je mehr auf dem ehemaligen Militärstützpunkt der geheimen Einheit JITEM gegraben wird, desto mehr Knochen werden gefunden. Die Grabungen sind noch nicht abgeschlossen und noch keiner weiß, wie viele Leichen hier vergraben wurden.

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Türkischen Medienberichten zufolge seien es mittlerweile 19 Schädel. Der Nachrichtendienst und die Terrorabwehr der Gendarmerie (JITEM) wird als Teil des tiefen Staats gesehen und wurde nie offiziell anerkannt. Die geheime Einheit soll für mehrere Morde, vor allem an Kurden im Südosten, verantwortlich sein (Kemal Burkay ist der Ansicht, auch die PKK sei vom Staat gegründet worden – mehr dazu hier).

Der Gebäudekomplex sollte ursprünglich nur renoviert werden. Bei den Arbeit stieß man am 11. Januar erstmals auf Knochen. Tag für Tag wurden weitere gefunden. Die bisher 19 Schädel, die gefunden wurden, lassen darauf schließen, dass es sich um mindestens genauso viele Leichen handelt, die hier vergraben wurden (das übersteigt selbst die Anzahl der Vermissten, mit denen man die Knochen in Verbindung brachte – mehr dazu hier).

Landwirtschaftsminister Mehmet Mehdi Eker erklärte: „Die Grabungen gehen Stück für Stück voran. Um sagen zu können, wie alt die gefundenen Knochen sind, müssen wir auf die genauen Untersuchungen warten. Im Moment wissen wir noch nicht, ob die Knochen erst kürzlich vergraben wurden. Was ich bisher gesehen habe ist, dass viele Knochen in einem begrenzten Bereich gefunden wurden.“

Schon die ersten Erkenntnisse sind erschreckend. Eker sagt: „Es scheint, als seien die Leichen nicht nach religiösen Ritualen begraben worden. Es sieht so aus, als seien sie alle in vier bis fünf Quadratmeter große Gräber geworfen worden. Wenn die Sachlage klarer ist, werden alle Details der Öffentlichkeit präsentiert.“

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