Goldman Sachs: Türkische Wirtschaft braucht eine Neuausrichtung

Der Türkei-Analyst Ahmet Akarli bezeichnet das türkische Leistungsbilanzdefizit als „nicht nachhaltig“. In der derzeitigen Phase sei die Türkei „sehr anfällig für externe Schocks“. Erst vergangene Woche hatte die Weltbank vor einer akuten Gefährdung der Türkei gewarnt.

Die türkische Wirtschaft muss „neu ausgerichtet“ werden. Das sagte der Goldman Sachs-Volkswirt Ahmet Akarli in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag. „Die Erholung der türkischen Wirtschaft hat ihren Höhepunkt irgendwann Anfang 2011 überschritten. Das derzeitige Ungleichgewicht, welches sich über die Jahre angestaut hat, ist nicht nachhaltig.“

Akarli nimmt dabei Bezug auf das türkische Leistungsbilanzdefizit, das immer neue Negativrekorde erreicht (auch wenn das Defizit im November 2011 zum ersten Mal rückläufig war – mehr dazu hier). Die Wachstumsprognosen der türkischen Wirtschaft wurden in den vergangenen Wochen immer weiter nach unten korrigiert (mehr dazu hier). Vergangene Woche warnte auch die Weltbank davor, dass es die Türkei bei einer Krise der Industrienationen hart treffen könnte (mehr dazu hier).

„Die Türkei befindet sich noch in einer frühen Phase dieses Neuausrichtungs-Prozesses und daher ist das Land sehr anfällig für externe Schocks,“ sagte Akarli. Eine Lockerung der Geldmarktpolitik, und dabei auch eine Einengung des Zinskorridors der Zentralbank würde „das Risiko einer harten Landung und den Abwärtungsdruck auf die Lira verstärken“.

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