Lammdarm „süß-sauer“: Chinesen wollen monatlich 30 Tonnen türkischen Kokoreç

In der Türkei eine Spezialität und bald Exportschlager in China: Lammdärme. Ob das in der EU verbotene Essen in China gut ankommt?

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Über das Essen wurden schon Lieder geschrieben.

Es ist nicht jedermanns Sache und doch eine türkische Spezialität: klein geschnittene Lammdärme, bekannt unter dem Namen Kokoreç. Was in den Ländern der Europäischen Union aufgrund der Hygienerichtlinien verboten ist, scheint den Geschäftssinn der Chinesen angestachelt zu haben. Nach einer Meldung der Tageszeitung Hürriyet plant der Tigerstaat monatlich 30 Tonnen an Lammdärmen aus der Türkei zu importieren. Das allerdings könnte den türkischen Markt belasten. (Seit kurzem stellt China Teppiche nach türkischem Vorbild her, mehr hier)

„Unsere Verhandlungen mit den chinesischen Geschäftsmännern gehen weiter“, so Salim Kayalı, Vorsitzender von SBA Kokoreç. „Allerdings“, so räumt er ein, „wollen sie die 30 Tonnen pro Monat zu einem sehr niedrigen Preis kaufen. Das könnte wiederrum zu Engpässen bei uns besonders in den Sommermonaten führen“. Er macht darauf aufmerksam, dass die Türkei 250 Tonnen pro Monat produziert. „Das ist gerade einmal genug, um um den lokalen Markt zu versorgen“, so Kayalı.

Bei Kokoreç werden die gereinigten Därme sorgfältig um Spieße gewickelt. Diese „Darmrollen“ werden gewürzt und über Holzkohle gegrillt.

Fraglich ist natürlich, ob die umstrittene Speise dem chinesischen Geschmack entspricht. Aber wer Spinnen und Würmer isst, der schreckt sicher auch nicht vor gewürzten Innereien zurück.

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