Uludere-Fehlangriff: Türkei zahlt Rekord-Entschädigung von rund 50.000 Euro für jede Opfer-Familie

Noch nie in der Geschichte der Türkei wurde den Angehörigen von Militäropfern eine so hohe Entschädigungssumme gezahlt. Die BDP zeigt sich unbeindruckt: Sie möchte, dass die UN in dem Fall ermittelt.

Ministerpräsident Erdoğan teilte mit, dass jede Familie der Opfer des Luftangriffs 123.000 Türkische Lira Entschädigung gezahlt bekommt, so die Tageszeitung Hürriyet. (Bei dem Luftangriff waren 35 Menschen ums Leben gekommen, mehr hier)

Erdoğan erklärte, die Familien bekämen jeweils 23.150 Lira, zusätzlich zu einer Extrasumme von 100.000 Lira aus dem Ministeriums Fond. Noch nie wurde zuvor eine so hohe Kompensationssumme gezahlt. Was aber geschieht, wenn eine Familie mehr als einen Toten zu beklagen hat?

Gleichzeitig versicherte Erdoğan, dass die Kompensation nicht bedeuten würde, dass die Investigation über den Vorfall vom 28. Dezember 2011 vernachlässigt werden würden. Die Opfer, meistens Teenager, waren Schmuggler, die Waren von der irakischen Grenze in die Türkei brachten. Auch sagte Erdoğan, dass die Regierung Maßnahmen treffen würden, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Man überlege, den Grenzübergang in der Nähe des Dorfes Gülyazı, wo die Familien der Opfer leben, zu öffnen.

Die pro-kurdische BDP (Partei für Frieden und Demokratie) hatte vorher bei der UN angefragt, eine unabhängige Untersuchung durchführen zu lassen. Außerdem wollten sie eine Klage beim Internationalen Gerichtshof einreichen.

Vorsitzender der BDP, Selahattin Demirtaş, hatte indes Erdoğan beschuldigt, bei den Ermittlungen unaufrichtig zu sein und den Befehl zur Bombardierung selbst gegeben zu haben. (Türkische Opposition: Uludere war geplantes Massaker, mehr hier)

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