Die Welt muss sich an islamische Regierungen im Mittleren Osten gewöhnen

Die Aussagen von US-Präsidentschaftskandidaten Perry über die Türkei hatten zu Diskussionen geführt. Jackson Diehl von der Washington Post sagt: die Welt muss sich an den Gedanken gewöhnen, dass nicht mehr pro-amerikanische Führer die Länder des Nahen Ostens regieren.

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Nachdem die Worte des US-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, die Türkei sei ein Land, das von Menschen regiert würde, die viele Leute als „islamistische Terroristen“ bezeichnen würden, eine große Diskussion ausgelöst hatten, bezieht nun auch die Washington Post zu diesem Thema Stellung. (Perry hatte gesagt, islamistische Terroristen regierten die Türkei, mehr hier)

In seinem Kommentar schreibt Jackson Diehl: „Die Wahrheit ist, egal wie man es findet, dass „islamisch-orientierte“ Regierungen bald zur Norm in der Region werden, die vorher Jahrzehnte lang von säkularen Autokraten und pro-amerikanischen Generälen regiert wurde“. Damit geht er auf die jüngsten Entwicklungen in den arabischen Ländern ein. Nach dem arabischen Frühling waren mehrheitlich mehr oder weniger gemäßigte religiöse Parteien als Wahlsieger hervorgegangen. (Wie in Ägypten, mehr hier)

Diehl kritisiert in diesem Zusammenhang die Haltung vieler US-amerikanischer Konservativer als „geschmacklose einseitige Neigung“. Die Meinung, „dass es sich bei der muslimischen Bewegung um Fundamentalisten, Anti-Demokraten, Anti-Israelis, Anti-Amerikaner, wenn nicht sogar explizit „Terroristen“ handelt ist zu einer ernsten Bürde geworden“, so Diehl. Die USA müssten aufpassen, dass sie fähig blieben, weiterhin in dieser Region Politik zu betreiben und wichtige Verbündete nicht zu verlieren. (Über die Machtverschiebung in der Region hatte sich unlängst der Publizist Soner Cağaptay geäußert, mehr hier)

Nicht alle islamischen Bewegungen seien über einen Kamm zu scheren. Dabei lobt Diehl Obamas Türkei-Politik: „Sein Umgang mit der Türkei und ihrem sprunghaften Führer sticht heraus als eine seiner besten Leistungen“, so Diehl.

Zwar sei die Türkei nicht der ideale Partner – besonders aufgrund ihrer Israel-Politik – aber sich mit der Türkei zu verstehen sei viel besser als ihre Islamisten in Gegenspieler zu machen – oder sie mit Terroristen zu verwechseln.

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