Attentat auf Ibrahim Tatlises: Anhörung beginnt mit einem Rauswurf

Endlich war es soweit: Fast ein Jahr nach dem verheerenden Attentat auf Ibrahim Tatlises, Schnulzenkönig und Lieblingskurde der Türken, kam es nun vor Gericht zu einer ersten Anhörung. Doch auch diese begann gleich mit einem Paukenschlag.

Gleich zu Anfang der Zusammenkunft musste der zuständige Richter eine Person aus dem Gerichtssaal entfernen lassen, nachdem dieser wiederholt durch wüste Beschimpfungen und Flüche auffällig geworden war.

Der mutmaßliche Attentäter Abdullah Uçmak (bereits im vergangenen April wurde ein Antrag auf Freilassung abgelehnt – mehr hier, schnell war zudem klar, dass der Anschlag monatelang geplant gewesen war – mehr hier) begann seine Verteidigung mit Bekundungen seiner religiösen Überzeugungen und zu seinem Glauben an Engel, inklusive des Todesengels, der Menschen mit sich nähme, wenn deren Zeit gekommen wäre.

Abdullah Uçmak hält religiöse Predigt im Gerichtssaal

Dem zuständigen Richter missfiel dieses Verhalten. Er verwarnte Uçmak hier keine „religiösen Predigten“ abzuhalten. Der wiederum erwiderte, dass er das tun müsse, weil er wie ein Terrorist (immerhin: In seiner Wohnung waren Listen mit Telefonnummern von verschiedenen Personen gefunden worden, die mit der PKK in Verbindung gebracht werden können – mehr hier) angesehen würde. Dann fing Uçmak an Ibo mit Kraftausdrücken zu beleidigen. Trotz voriger Verwarnungen ließ er sich nicht abbringen. Er schimpfte weiter und wütete, dass er nie zuvor „so unehrenhaft“ behandelt worden sei.

Daraufhin wurde die Verhandlung unterbrochen und Uçmak von den weiteren Anhörungen des Tages ausgeschlossen. Nach dem Attentat auf Ibrahim Tatlises im März 2011 (der Hauptverdächtige habe seinen Komplizen offenber 500.000 Dollar für den Mord an Ibo in Aussicht gestellt – mehr hier) nahm die Polizei insgesamt zwölf Verdächtige fest. Schnell war für den zuständigen Staatsanwalt, Muammer Akkas, klar, dass dieses Attentat mit der Absicht verübt worden sei, das Land zu spalten (in der Anklageschrift heißt es, das Attentat sei auf Anordnung der Terror-Organisation PKK verübt worden – mehr hier).

Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich für Ucmak

Ucmak wird seither die beabsichtigte Zerstörung der Einheit des Staates, die Gründung einer Organisation mit der Absicht Straftaten zu begehen, die Planung eines Mordversuchs, unerlaubter Waffenbesitz und Nötigung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert für die Spaltung des Staates lebenslänglich und für die weiteren Vergehen Gefängnissstrafen zwischen immerhin 55 und 97 Jahren. Mitte November 2011 wurde die Anklageschrift von einem Istanbuler Gericht angenommen (erst Anfang November schlossen die Behörden ihre Ermittlungen ab – mehr hier).

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