Schiiten-Führer bei Türkei-Besuch: Parlaments-Boykott der Sunniten muss aufhören!

Die Beziehungen zwischen Teheran und Baghdad sind seit dem stärker werdenden Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten immer angespannter. Schiiten-Führer Al-Hakim findet am Donnerstag versöhnliche Worte.

Am Mittwoch kritisierte der irakische Premier Nouri Al-Maliki die türkische Einmischung in die Angelegenheiten des Landes (zuvor erklärte er, die Einmischung könne einen Bürgerkrieg im Irak verursachen – mehr hier). Schiiten-Führer Al-Hakim besuchte nun die Türkei und äußerte sich bisher nur versöhnlich. Er ist durch seine Nähe zum Premierminister Al-Maliki bekannt.

Seit Anfang Januar boykottieren die Abgeordneten der sunnitischen Irakija-Fraktion das Parlament. Al-Hakim rief sie nach seinem Treffen mit Außenminister Davutoğlu auf: „Ich lade die Irakija ins Parlament ein. Wir werden ihre Forderung nach Gerechtigkeit auswerten und im Parlament diskutieren.“ Die Treffen mit Gül und Erdoğan stehen noch aus (die türkische Botschaft wurde kürzlich attackiert – mehr hier).

Er erklärte weiter, es sei nicht möglich eine Regierung auf der Basis einer Konfession zu errichten. Es sei eine Regierung erforderlich, die alle ethnischen und kulturellen Unterschiede im Land vereine.

Gegen den sunnitischen Vize-Premier Tariq Al-Hashemi wurde im vergangenen Monat Haftbefehl erlassen. Er flüchtete in den Nordirak, wo er Zuflucht in der Autonomen Region Kurdistan erhielt (nur hier fühlt er sich noch sicher – mehr hier). Seine Partei, die Irakija, entschied sich daraufhin, den Parlamentssitzungen fernzubleiben. Hashemis Anhänger glauben, der schiitische Premier Maliki habe einen Komplott gegen ihn gestartet, damit Schiiten allein an der Macht sein können.

Mehr zum Thema:

Davutoğlu: Gefahr eines „Kalten Kriegs” im Nahen Osten
Arabischer Frühling: Türkei geht als Sieger hervor
Türkei: Glaubenskrieg im Irak verhindern

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.