EU-Minister Bağış: Türkei als EU-Mitglied wäre die Rettung Europas

Sollte Deutschland weiterhin die Schulden der anderen EU-Ländern begleichen müssen, könnte die Türkei schon bald allein als stärkste Wirtschaft Europas dastehen. EU-Minister Bağış meint, die Türkei könne Unterstützung leisten.

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„Die heutige Türkei ist um einiges besser als zuvor“ erlärte EU-Minister Egemen Bağış auf der 8. „Digital, Life, Design“-Konferenz (DLD) des Burda-Verlags in München. In seinem Vortrag zur „Türkei im 21. Jahrhundert“ ging er besonders auf die Fortschritte in seinem Land ein. Die Türkei habe nicht mit denselben wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen wie Europa.

Egemen Bağış auf dem DLD in München (Foto:Flickr/Hubert Burda Media)

Egemen Bağış auf dem DLD in München (Foto:Flickr/Hubert Burda Media)

Bagis: „Mein Land kommt geeilt, um Europa zu retten“

Die Internetnutzung sei in den vergangenen Jahren extrem gestiegen und besonders die jüngere Generation sei offen für neue Technologien (die Türkei ist weltweit einer der stärksten Märkte für neue Technologien – mehr hier). Wirtschaftlich sei die Türkei nicht zu stoppen. Während das Wirtschaftswachstum in den europäischen Ländern bei 1,5 Prozent lag, sei die türkische Wirtschaft um ganze acht Prozent gewachsen. „Mein Land kommt geeilt, um Europa zu retten“, meint Bağış deshalb.

Bisher seien Deutschland und die Türkei die Länder an der Spitze des Wirtschaftswachstums in Europa. Die Türkei werde allerdings schon bald alleinstehen, wenn Deutschland weiterhin die Schulden der anderen EU-Länder begleichen müsse. Heutzutage gäbe es in der Türkei mehr Freiheit in der Wirtschaft und mehr Transparenz. Die Nachbarländer wünschten sich, wie die Türkei zu sein. Der Unterschied sei, dass es sich bei der Türkei um ein demokratisches Land handle, so Bağış weiter.

In Bezug auf einen EU-Beitritt betonte er, es sei noch viel zu tun (unter anderem lässt die Pressefreiheit noch zu wünschen übrig – mehr hier). Das Land müsse sich noch weiterentwickeln. Allerdings dürfe man nicht außer Acht lassen, dass sich schon viel verändert habe. Innerhalb der Türkei gehen die Meinungen über einen Beitritt aber auseinander. Viele seien dagegen, weil sie denken, Europa verhalte sich der Türkei gegenüber nicht ehrlich (Finanzminister Simsek glaubt, die EU schade sich mit dieser Haltung selbst – mehr hier). Die Regierung arbeite daran, dass sich das ändere. Für Europa sei ein Beitritt vor allem wegen aus wirtschaftlichen Gründen mehr als vorteilhaft.

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