Fußball-Skandal: Zwangsabstieg bei Manipulation bleibt!

Die Generalversammlung des türkischen Fußballverbandes mit rund 300 Delegierten und den Klubpräsidenten etlicher Vereine endete damit, dass der umstrittene Paragraph 58 im Sportgesetz nicht geändert wird. Vereine die manipuliert haben oder in die Versuchung gekommen sind, müssen zwangsabsteigen. Geplant war, dass der Zwangsabstieg einmalig nicht in Kraft tritt.

+++ JETZT MITMACHEN: Wahl zum besten deutsch-türkischen Nachwuchs-Fußballer +++

Im Sheraton Hotel in Ankara fanden sich Delegierte und Klubpräsidenten der SüperLig und der zweiten Liga ein. Zu Beginn der Versammlung erörterte Aydınlar, dass nach 90 Minuten seines Amtsantrittes der Manipulationsskandal auf seinem Schoß lag. Auch merkte Aydınlar an, der türkische Fußballverband sei nur auf der Seite des türkischen Fußballs (er appellierte an den Zusammenhalt im türkischen Fußball – mehr hier). Er habe zu jedem den gleichen Abstand und innerhalb der Fußball-Familie dürfe jeder zu Wort kommen.

Die Rechtsabteilung werde künfig die notwendigen Maßnahmen (gemeint ist die Sanktionierung der Vereine im Manipulationsskandal) in die Wege leiten. Mit diesen Worten verließ der Verbandspräsident die Bühne und kam am Ende nocheinmal um den Forderungen, eine Neuwahl herbeizurufen zu antworten: „Wir sind Menschen mit Ehre und Stolz. Auf diese Art und Weise sind wir in den Amt gekommen und gehen wenn der Zeitpunkt kommt wieder auf dieselbe Art.“

Beşiktaş-Präsident Demirören gegen Gesetzesänderung

„Ich beginne meine Worte mit einem Zitat des alten BJK-Präsidenten. Uns ist der ehrenwerte zweite Platz wichtiger als eine fragliche Meisterschaft. Diesen Satz sagte Süleyman Seba nach den 8:0-Sieg von Galatasaray gegen Ankaragücü. Leider wird im Manipulationsskandal Beşiktaş und Fenerbahçe öfter erwähnt als andere Mannschaften. Dies machen die Medien wegen des Ratings und Werbung. In dieser Sache stecken mindestens acht weitere Klubs. Die Änderung um den Paragraphen 58 soll nicht gemacht werden und ich bin für Neuwahlen. Wir müssen außerdem die Verteidigung der Involvierten und die Entscheidung des Gerichtes abwarten.“

Galatasaray mit Ünal Aysal auch gegen Änderung

„Wenn wir heute dafür stimmen, dass der § 58 einmalig nicht praktiziert werden soll, wird damit automatisch bewirkt, dass § 58 grundsätzlich geändert wird. Wir werden gegen diese Änderung stimmen. Wir erwarten vom Fußballverband, dass dieses Problem schnell gelöst wird und hierbei sollten wir den Verband unterstützten.“

Für Fenerbahçe kamen Ali Koç und Nihat Özdemir zu Wort. Koç mahnte an, dass Fenerbahçe öffentlich hingerichtet und auseinandergenommen wurde. Für Özdemir sei die Entscheidung vor den Play-Offs in der SüperLig falsch. Eine vorherige Entscheidung der TFF könnte zudem den Angeklagten im Strafprozess zum Nachteil werden (Hauptverdächtiger der Fußball-Manipulation ist Olgun Peker – mehr hier).

Senol Güneş betritt das Rednerpult im Namen von Trabzonspor. Der frühere Nationaltrainer der Türkei erklärte, nur gemeinsame Anstrengungen den türkischen Fußball aus der Krise herausbringen können.

Zwangsabstieg bleibt: Delegierte lehnen Änderung des §58 ab

Die Mehrheit der Delegierten lehnte eine Änderung des Paragraphen 58 ab, wonach bei Manipulationsversuch und Manipulation kein Zwangsabstieg erfolgen soll. Damit bleibt das Sportgesetz unverändert und ist nun fix für die Sanktionierung: Schon der Versuch einer Manipulation sowie eine festgestellte Schiebung wird mit dem Zwangsabstieg geahndet.

Mehr zum Thema:

Türkei: Olgun Peker Hauptangeklagter im Fußball-Manipulationsskandal
Nuri Şahin: Dortmund, Arsenal, Manchester und Inter wollen ihn haben
Spielmanipulationen: Fenerbahçe-Präsident drohen 114 Jahre Haft

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.