Immer mehr Ausländer verlassen die Türkei wegen verschärftem Aufenthaltsrecht

Billige Arbeitskräfte sind gefragt in der Türkei. Menschen aus Bulgarien, Armenien und Georgien arbeiten vor allem als Hausangestellte, Babysitter und Krankenpfleger. Ein neues Aufenthaltsgesetz wird ihre Arbeitsbedinungen erschweren. Viele verlassen das Land.

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Der Busterminal in Istanbuls Stadtteil Aksaray, von dem die Bussse Richtung der östlichen Nachbarländer abfahren, ist in diesen Tagen überlaufen. Armenier und Georgier möchten das Land verlassen, noch bevor das neue Gesetz zur Aufenthaltserlaubnis am 1.Februar in Kraft tritt.

Bislang reisten die Arbeiter mit 90-Tage Visa ein, verließen dann nach Ablauf dieser Zeit das Land, um gleich darauf wieder einzureisen. Das soll sich nun ändern. In Zukunft sollen diese Arbeitskräfte nur mit einem Touristenvisum einreisen können. Nach Ablauf der Genehmigungsdauer von drei Monaten müssen die Arbeitskräfte wieder ausreisen und weitere drei Monate auf ein neus Visum warten.

Demnach soll es Arbeitskräften ohne langfristige Aufenthaltserlaubnis erschwert werden, sich länger in der Türkei aufzuhalten. Viele Armenier und Georgier arbeiten als Haushaltshilfen, Babysitter oder Krankenpfleger. (Auch immer mehr Griechen arbeiten in der Türkei, mehr hier)

„Ich bitte den Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, dass dieses Gesetz nicht in Kraft tritt. Ich ernähre meine Kinder und finanziere ihre Schulbildung mit dem Geld, das ich hier verdiene”, zitiert die Tageszeitung Hürriyet die georgische Staatsbürgerin, die 47-jährige Sofia, kurz vor ihrer Abreise nach Tiflis.

“Brot hat keine Heimat. Wo immer es Brot gibt, dorthin gehen wir. Wir müssen unsere Familien unterstützen. Eine andere Möglichkeit haben wir nicht”, so Hayganush, ein armenischer Arbeiter.

 

Während sich Arbeiter über die schlechte Bezahlung beschweren, teilte der Arbeitsminister mit, in Zukunft würde es Sonderregelung für Menschen geben, die zu Hause arbeiten.

Eine Ausnahme hat das Arbeitsministerium allerdings für armenische, kirgisische und kaukasische Haushaltskräfte eingerichtet. Sie sollen nach den selben Gehaltstarifen wie türkische Angestellte bezahlt werden – zumindest in der Theorie.

Letztes Jahr hatte Ministerpräsident Erdoğan gesagt, dass rund 170.000 Armenier in der Türkei leben würden., von denen 15.000 armenische Staatsbürger sind.

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