Türkei: Umstrittenes Unterrichtsfach „Nationale Sicherheit“ wird abgeschafft

„Nationale Sicherheit“ wird in der Türkei ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr unterrichtet. Der Inhalt des Unterrichts soll auf andere Fächer verteilt werden. Das Fach wurde bisher von Vetretern des Militärs unterrichtet.

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Premierminister Erdoğan hatte es in einer Parteisitzung bereits angekündigt. Jetzt ist es offiziell: das Unterrichtsfach „Nationale Sicherheit“ ist Geschichte. In der Regierungserklärung heißt es, das Fach, das 1979 in der Türkei eingeführt wurde, ist nicht mehr länger Teil des Lehrplans. Die Inhalte könnten auf andere Fächer verteilt werden.

Unter dem Sammelbegriff „Nationalen Sicherheit“ wurden bisher, Zugehörigkeitsgefühl, Nationalstolz, die Zusammensetzung des türkischen Militärs, Sozialwissenschaften, die türkische Geschichte seit des Unabhängigkeitskriegs und die Ideale des Staatsgründers Atatürk von Vertretern des Militärs unterrichtet. In Europa sei das Fach schon länger ein Kritikpunkt gewesen. Besonders der Fortschrittsbericht der EU-Kommission von 2009 habe diesen Punkt betont (der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte weist auf die Probleme der Menschenrecht in der Türkei hin – mehr hier).

Es gäbe außer Polen kein Land in der EU, in dem ein ähnliches Fach unterrichtet werde (CDU-Politiker Ruprecht Polenz hofft, dass die Türkei auf EU-Kurs bleibt – mehr hier). Die Änderungen treten mit dem Beginn des neuen Schuljahrs in Kraft.

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