Türkische Nachbarstaaten bereiten Außenminister Davutoğlu schlaflose Nächte

In der Außenpolitik sucht sich die Türkei neue Wege und geht neue Allianzen ein. Dass die außenpolitische Arena Außenminister Ahmet Davutoğlu nicht unbeeindruckt lässt, hat er jetzt Medienvertretern erzählt.

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Die Außenpolitik seines Landes scheint dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu den Schlaf zu rauben. In Angstschweiß sei er eines Nachts aufgewacht, erzählte er Medienvertretern auf seinem Weg nach Brüssel. „Ich hatte einen Alptraum über die Krise in Libyen“ zitiert ihn der Economist. Besonders das Blutbad in Syrien beschere dem Vertreter der „Null-Probleme-Mit-Seinen-Nachbarn“-Politik Kopfschmerzen. (Auch die Washington Post hatte kommentiert, die Welt müsse sich daran gewöhnen, dass muslimische Führer die pro-amerikanischen Generäle ersetzen, mehr hier)

Überhaupt hat sich in der letzten Zeit viel in der Außenpolitik der Türkei verändert. So zum Beispiel das Verhältnis der Türkei zu Frankreich. Bislang ist von den von Erdoğan angekündigten Sanktionen gegenüber Frankreich noch keine Spur. Vielleicht, so mutmaßt der Economist, weil sie den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy sowieso nicht mehr von seiner Entscheidung abbringen würden, das Gesetz zur Leugnung des armenischen Völkermords zu unterschreiben. (Auch Davutoğlu hatte sich dazu geäußert und gesagt, Frankreich habe seinen Status auf Kosten von anderen erreicht, mehr hier)

Von der Verschlechterung ihres Verhältnisses zur EU dürfte die Türkei hingegen nicht sehr beeindruckt sein. Mitverantwortlich für die Stagnation der Beitrittsverhandlungen ist unter Anderem Sarkozys abneigende Haltung gegenüber der Türkei, auch die Zypernfrage stellt ein Problem dar.

Mehr und mehr zeige sich die Türkei begeistert von ihren neuen Allianzen im Mittleren Osten, wo ihr Modell einer säkularen Demokratie mit freier Marktwirtschaft als Vorbild gelten könnte. Doch auch hier ist die Lage angespannt. Erdoğan würde einen Sunniten-Block gegen den Iran bilden – und besonders die Muslimbrüder unterstützen –  lauten die jüngsten Beschuldigungen.

Auch das NATO-Radar-System zur Raketenabwehr sorgt für Zweifel. Dass es gegen den Iran oder gegen Russland eingesetzt werden soll, leugnet Davutoğlu. Gleichzeitig habe er von einem „goldenen Zeitalter bei den Verbindungen mit den USA“ gesprochen, so der Economist.

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