Wie eine verhüllte Vogue! Erstes türkisches Fashion-Magazin auf Erfolgskurs

"Alâ" ist neu, "Alâ" ist anders und "Alâ" setzt ein Statement: Seit kurzem ist in der Türkei ein Magazin für alle modernen, modebewussten muslimischen Frauen erhältlich. Und es beweist: Um hier erfolgreich zu sein, braucht es keine Bikinis, Brüste oder Beine. Denn in "Alâ" werden nur Frauen mit Kopftuch gezeigt.

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Alles begann für Ibrahim Burak Birer damit, dass er in einem Magazin Fotos von Transsexuellen abgebildet fand. Der gläubige Muslim, so berichtet die „Daily Mail“, war empört und schnell der Entschluss gefasst, dem etwas entgegen zu setzen. Der 31-Jährige machte sich daran und kreierte in Istanbul ein Magazin, das es mit dem „Diktat der Nacktheit“ aufnehmen sollte. Gemeinsam mit seinem 32-jährigen Freund Mehmet Volkan Atay entstand so die Illustrierte „Alâ“, die sich selbst als die Avantgarde der „verschleierten Mode“ versteht.

Alâ“, was so viel bedeutet wie die „die Schönste der Schönen“ zeigt ausschließlich Models, die ein Kopftuch tragen. Darüber hinaus gibt es nur Kleidung zu sehen, die den islamischen Sitten entsprechen. „Cosmopolitan, Elle, Vogue, Marie Claire, überall geht es nur um Sex und nackte Haut“, beschreibt Birer die bisherige Zeitschriftenlandschaft. „Das Motto ist: ’sex sells‘. Doch wir und Millionen Frauen auf der ganzen Welt glauben, dass Mode auch anders sein kann.“

Die Auflage von „Alâ“ wächst seit Juni rasant

Obwohl bisher erst sechs Ausgaben erschienen sind, ist das Magazin bereits so erfolgreich, dass sie die Auflage seit vergangenen Juni bereits mehrere Male erhöhen mussten. Derzeit werden 30,000 Stück gedruckt. 5000 werden an Abonennten im Ausland verschickt. „Davor hatten wir keinerlei Erfahrungen mit Magazinen. Wir sind Marketing-Leute“, gesteht Atay. „Wir sind darauf spezialisiert Nischen im Markt zu finden.“ Und das funktioniert auch auf Facebook. Hier hat das Magazin bereits über 111.000 Anhänger.

Allein 1,500 Ausgaben landen derzeit in Deutschland, wo das Magazin gerade unter frommen Muslimen eine hohe Anhängerschaft hat. Der Zuspruch ist derart gut, dass Birer und Atay bereits darüber nachdenken, ob es künftig nicht auch eine deutsche „Alâ“ geben könnte. Das Magazin selbst wollen sie nicht nur als rein muslimisches Produkt verstanden wissen. Es richtet sich vielmehr an alle Frauen, denn für sie alle, so Birer, sei der „Kampf gegen die Nacktheit“ wichtig (auf den Malediven wurden erst kürzlich zahlreiche Wellness-Tempel geschlossen – mehr hier).

Fokus ist die modebewusste, berufstätige muslimische Frau

Eine Ausgabe der „Alâ“ kostet derzeit neuen Lira und wird schon jetzt als „Vogue der Verschleierten“ bezeichnet. Atay und Birer ist es gelungen ein Produkt für einen immer bedeutender werdenden Teil der muslimischen Bevölkerung zu schaffen: die gebildeten, Mode-fokussierten Frauen mit entsprechendem Einkommen, die selbstbewusst ihr Kopftuch tragen (in manchen Teilen der Türkei ist die Realität jedoch eine andere – mehr hier).

Doch die beiden Männer ernteten bisher nicht nur Zuspruch. Einwände kamen sogar aus dem eigenen „Lager“. So warf ein Theologe ein, dass Frauen unterwürfig im Hintergrund stehen sollten, anstat sich selbst nach vorne zu drängen (in den Niederlanden wurde erst am vergangenen Freitag ein Burka-Verbot auf den Weg gebracht – mehr hier). „Das ist nicht unser Verständnis des Islam“, betont Atay. „Wir glauben nicht, dass Frauen sich zu verstecken haben. Selbst diejenigen, die sich verschleiern haben ein Recht auf stilvolle Mode.“

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