Der Tiger von Berlin: Ata Demirer boxt sich als Deutsch-Türke durch

Stand-Up Comedian und Schauspieler Ata Demirer war am Samstag zur Gala-Vorstellung seines neuen Films „Der Tiger von Berlin“ in Deutschland. Ein Deutsch-Türke als Filmheld ist nicht besonders häufig in türkischen Filmen anzutreffen. Demirer sei das sehr wichtig gewesen.

Ungewohnt ernst erscheint die neue Rolle von Comedian Ata Demirer. Doch genau das sei beabsichtigt gewesen, erklärt er nach der Gala-Vorstellung von „Der Tiger von Berlin“ (trk. Berlin Kaplani) am Samstag. Er sei sich bewusst, dass sich die Zuschauer bei einem Film mit ihm in der Hauptrolle etwas anderes vorstellen. Doch er habe eine Geschichte aus dem Leben erzählen wollen, die von Zeit zu Zeit witzig ist, aber auch zum Nachdenken anregen solle.

„Ich kenne die Klischees von den Türken in Deutschland“ sagt Ata Demirer später. In den meisten türkischen Filmen, in denen Deutsch-Türken thematisiert werden, erscheinen diese als naiv, teilweise dumm und und nicht sehr sprachgewandt (der türkische Filmsektor soll 2012 besonder erfolgreich werden – mehr hier). Auch Ayhan beherrscht die türkische Sprache nur mäßig und auch sein Deutsch lässt zu wünschen übrig (auch deutsche Kinder haben mittlerweile große Sprachprobleme – mehr hier). „Ich weiß, dass wir vor allem bei der Sprache übertrieben haben“, so Demirer. Doch so ganz ohne Witz sollte der Film dann doch nicht bleiben.

Der Held wird in diesem Fall vielschichtiger gezeigt. Ayhan ist nachdenklich, liebevoll und vermisst familiäre Strukturen. „Sicher wäre es einfacher gewesen nur die Klischees abzuarbeiten und für viele Lacher zu sorgen“, betont Demirer. Doch ihm sei es wichtig gewesen zu zeigen: „Menschen sind Menschen, egal wo sie leben und woher sie kommen“. Wenn er diese Message deutlich gemacht haben konnte, habe er das Ziel des Films erreicht. Auf die obligatorische Frage eines zweiten Teils antwortete er mit Nachdruck: „Es wird keine Fortsetzung geben!“

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