Kommt es in der Türkei zu einer Arzneimittel-Krise?

Unter einer Privatisierung des Gesundheitssystems würden Patienten wie Apotheken gleichermaßen leiden. Ob die Versicherungen akzeptieren werden, dem Ruf der Apothekerverbände zu folgen und die Kosten für Medikation vollständig zu übernehmen?

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Der Türkei steht unter Umständen eine Arzneimittel-Krise bevor. Grund dafür ist das Drei-Jahresabkommen zwischen der Apothekervereinigung und dem Dachverband der Versicherungen (Sosyal Güvenlik Kurumu), das am 1. Februar ausläuft. Heute kommen die beiden Parteien zusammen. Die Verhandlungen soll der Arbeitsminister Faruk Çelik leiten.

Kommen die beiden Parteien zu keiner Einigung, kann es sein, dass in Zukunft Patienten für ihre Arzneimittel selbst aufkommen müssen. Zwar besteht für sie die Möglichkeit, sich das Geld im Nachhinein von der Krankenkasse erstatten zu lassen, doch wäre das zum deutlichen Nachteil für die Patienten.

Die Apothekerverbände kritisieren außerdem, dass sich die Anzahl der Medikamente, die mit Rabatt gekauft werden, vermehrt hat. Das dadurch in den Kassen der Apotheker entstandene Finanzloch ist seitdem vom Staat noch nicht gestopft worden. Die Apotheker fordern, dass sie bei den Rabattverträgen außen vor gelassen werden und dadurch nicht mehr darauf warten müssen, dass das Geld zurückbezahlt wird. Außerdem fordern sie, dass sich nicht mehr das Zwischenglied zwischen den Pharmaunternehmen und den Krankenkassen sind. „Ehrlich gesagt, die Krankenkassen profitieren davon, dass das System so ist wie es zurzeit ist“, so Harun Kızılay vom Apothekerverband im Nachrichtensender CNN. „Wir möchten, dass das Problem gelöst wird“, so Kızılay weiter.

Unter dem Motto: „Sag stopp zum Verfall“ demonstrierten die Apotheker gegen die Privatisierung des Gesundheitssystems, welche sich verheerend auf die Apotheken auswirken würde.

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