Gräueltat in Afghanistan: Mann tötet Ehefrau wegen Geburt einer Tochter

Es ist eine für westliche Verhältnisse unglaubliche Tat, die sich kürzlich im fernen Afghanistan zugetragen hat. In der nördlichen Provinz Kunduz hat ein Mann seine Ehefrau nach der Geburt der dritten Tochter getötet. Er hatte endlich auf einen Sohn gehofft.

Die 28-jährige Storai wurde, so berichtet die hiesige Polizei am vergangenen Montag, von ihrem Ehemann, einem Mitglied der örtlichen Miliz, und dessen eigener Mutter zu Tode stranguliert, nachdem die Entbindung, die drei Monate zuvor in Mohasili vonstatten ging, nicht wie von ihm gewünscht verlaufen war.

Darauf hin verhaftete die Polizei die Schwiegermutter des Opfers, Storais Ehemann befindet sich allerdings weiterhin auf freiem Fuß. Er wird von seinen schwer bewaffneten Miliz-Kollegen geschützt. „Die Existenz dieser Milizen ist ein großes Problem, wir haben deshalb große Schwierigkeiten ihn festzunehmen“, erklärt der Polizeichef von Kunduz, Sufi Habib. Auch Nadera Geya, Chefin des örtlichen Frauenreferats, bezeichnete den Mord als eines der schlimmsten Beispiele für Gewalt gegen Frauen, das sie je erlebt.

Truppenabzug gefährdet Sicherheit der Frauen

Gewalt gegen Frauen ist alltäglich in Afghanistan. Erst im vergangenen November wurde eine Familie zu Hause angegriffen, die sich weigerte die eigene Tochter einem Mann zur Frau zu geben, den sie für unverantwortlich hielten. Sowohl die Eltern als auch die drei Kinder wurden von den Angreifern mit Säure überschüttet. Später nahm die Polizei den verschmähten Ehemann und seine drei Brüder fest. Menschenrechtsaktivisten befürchten, dass ein Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan im Jahr 2014 und Bemühungen die konservativen Taliban in Friedensgespräche einzubeziehen, die Situation für Frauen noch zusätzlich verschärfen werde. „Die Rechte von Frauen können nicht an den Rand der Interessen der Internationalen Beziehungen gedrängt werden, denn dieses Thema betrifft das Herz unserer nationalen Sicherheit und die Sicherheit der Menschen überall“, heißt es hierzu in einer Erklärung der US-Botschaft in Kabul vom Montag.

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