Exporte: Die Türkei kann auch ohne Europa

Die Türkei wird zunehmend unabhängig von Europa: Nur mehr die Hälfte aller türkischen Exporte landen im OECD-Raum, 1999 waren es noch 71 %. Zwei Forscher sehen die Türkei nun schon als das neue „China Eurasiens“.

Aktuell: Türkei: AKP-Regierung ist zu „türkisch“, nicht zu „islamisch“ +++ Reichweite bis London: Türkei möchte 2.500 Kilometer-Langstrecken-Raketen bauen +++Ultra-Rechte in Ungarn: Die Türkei ist unser Vorbild

Die Türkei unter einer AKP-Regierung scheint sich immer mehr von Europa abzuwenden – oder zumindest unabhängiger zu werden. Das sagen Soner Cagaptay und Hale Arifagaoglu vom Washington Institute for Near East Policy in einem Gastbeitrag auf CNN.com. Sie sehen die Türkei als ein „Eurasian China“: Ein China Eurasiens, das sehr aggressiven, weltweiten Handel betreibt und gleichzeitig mit weit entfernten Staaten Beziehungen unterhält.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts fokussierte sich die Türkei sehr stark auf Europa. Das Land trat westlichen Organisationen wie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bei und bekundete das Interesse an einem EU-Beitritt. Das sich diese Abhängigkeiten ändern, zeigen die aktuellen Statistiken: 1999 wurde noch rund 71 % des gesamten türkischen Außenhandels in OECD-Länder verschifft. 2010 lieferte die Türkei gleich viele Waren in OECD-Länder wie in Nicht-OECD-Länder.

 

 

 

 

 

 

 

 

Um das „Eurasian China“-Modell für die Türkei nachhaltig zu betreiben, braucht es aber Stabilität und einen brummenden Wirtschaftsmotor. Die Türkei ist heute eine Art „politischer Ruhepool“ zwischen Nachbarstaaten im Umbruch, wie Syrien, Iran oder dem Irak (die Außenminister Davutoğlu auch schlaflose Nächte bereiten – mehr dazu hier). Doch die wirtschaftliche Stabilität ist mit hohen Inflationszahlen, einem großen Leistungsbilanzdefizit und einer nahenden Eurokrise keineswegs gesichert.

Mehr zum Thema:
EU-Minister Bağış: Türkei als EU-Mitglied wäre die Rettung Europas
Vize-Premier Babacan: Türkei schützt sich vor wirtschaftlichen Schäden aus der EU
Arabischer Frühling: Türkei geht als Sieger hervor

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.