Luftangriff: Unbekannte verprügeln Landrat

Die Reaktionen nach dem Luftangriff auf eine Gruppe von Schmugglern nehmen nicht ab. Der Landrat von Uludere wurde nach seinem Beileidsbesuch im Dorf der Getöteten von einer Gruppe blutig geprügelt.

+++ Aktuell: Umfrage: Türken blicken hoffnungsvoll in die Zukunft+++

Landrat Naif Yavuz kam, wie Vize-Premier Beşir Atalay und andere Minister, in das Dorf Gülyazı, um hier den Angehörigen der bei einem militärischen Lunftangriff versehentlich getöteten Zivilisten sein Beileid auszusprechen. Nachdem er sich von den Angehörigen verabschiedet hatte und das eigens dazu eingerichtete Beileids-Zelt verließ wurde der Landrat plötzlich von einer Gruppe von Männern angegriffen. Mit Steinen und Stöcken sei auf ihn und seine Bodyguards eingeschlagen worden, berichten türkische Medien.

Der BDP-Politiker Hasip Kaplan versuchte die wütende Meute über ein Megafon zu beruhigen. Dorfbewohner schafften es schließlich, die Angreifer zu vertreiben. Naif Yavuz wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht. Es wurde berichtet, dass seine Lage ernst sei. Beşir Atalay, der Minister für Ernährung und Landwirtschaft Mehdi Eker und Entwicklungsminister Cevdet Yılmaz besuchten ihn anschließend am Krankenbett. Mittlerweile habe sich der Gesundheitszustand von Yavuz wieder verbessert.

Naif Yavuz bedankte sich später bei den Dorfbewohner, die ihn gerettet haben. (Foto:DTN)

Naif Yavuz bedankte sich später bei den Dorfbewohner, die ihn gerettet haben. (Foto:DTN)

Naif Yavuz: Die Angehörigen der Opfer haben mich gerettet!

Telefonisch erklärte Naif Yavuz „TRT Haber“, er sei sich sicher, bei dem Angriff habe es sich um eine Provokation gehandelt. Deshalb sei er auf niemanden sauer. „Die Angehörigen der Opfer haben kein einziges schlechtes Wort verloren. Sie und die Dorfbewohner haben mich sogar aus den Händen der Angreifer gerettet“, so Yavuz. Er habe fast eine Stunde mit den Angehörigen gemeinsam für die Opfer gebetet und mit ihnen getrauert. Die Attacke dürfe nicht den Dofbewohnern zugeschrieben werden. Sie haben seiner Meinung nach nichts damit zu tun gehabt.

Am Mittwoch hatte sich in der Stadt Uludere im Bezirk Şırnak an der Grenze zum Irak ein militärischer Luftangriff ereignet (35 Menschen wurden dabei getötet – mehr dazu hier). Die Menschen waren versehentlich ums Leben gekommen, so die Politiker. Der Luftangriff hatte eigentlich der PKK gegolten. Bei den Opfern handelte es sich um Schmuggler (die Ermittlungen zum Vorfall wurden eingeleitet – mehr dazu hier).

http://www.youtube.com/watch?v=SIuJIyPHcPQ

Mehr zum Thema:

Şırnak: Oberstaatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein
Luftangriff: Türkische Menschenrechtsgruppen fordern UN-Untersuchung
Trotz Polizeischutz: Türkisches Mädchen wird von eigenen Brüdern ermordet

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.