Erdoğan trifft sich mit Hamas-Führer Haniyya

Es ist das erste Mal, dass Hanniya – einer der wichtigsten politischen Führer der palästinensischen Hamas – sein Land verlässt. Auf seiner Tour durch muslimische Staaten besucht er Ministerpräsident Erdoğan – und erhofft sich von ihm Unterstützung.

+++aktuell: Türkei: Mehr Rechte für Nicht-Muslime+++

Nachdem der Hamas-Führer bereits vor Wochen seinen Besuch angekündigt hatte, traf er sich am Sonntag mit Ministerpräsident Erdoğan sowie mit Außenminister Davutoğlu. Gegen vier Uhr empfing ihn Erdoğan in seinem von Sicherheitsbeamten umstellten Haus im Istanbuler Stadtteil Kısıklı.

Während des Treffens sagte Erdoğan, er hoffe, dass die die Palästinenser „eine alles umfassende Dachorganisation mit starker demokratischer repräsentativer Macht erschaffen“, zitiert die Tageszeitung Zaman die Presseagentur Anadolu. Haniyya ist auf einer offiziellen Rundreise durch die muslimische Welt.

Besonders seit dem Vorfall auf der Hilfsflotte „Mavi Marmara“, bei der neun Menschen ums Leben gekommen waren, haben sich die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel verschlechtert. Erdoğan fordert eine Aufhebung aller Einschränkungen des palästinensischen Territoriums. Außerdem plane Haniyyah, die humanitäre Hilfsorganisation İHH, welche die Hilfsflotte mit organisiert hatte, zu besuchen, so ihr Vorsitzender Bülent Yıldırım. Außerdem wolle Haniyya auch das Schiff „Mavi Marmara“ besuchen.

Haniyyas Besuch ging bereits ein Besuch von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas im vergangenen Monat voraus. Dieser hatte sich mit obersten Regierungsbeamten getroffen, um über die Anerkennung des palästinensischen Staats zu diskutieren.

Im Juni vergangenen Jahres hatte auch Khaled Mashaal, ein weitere Hamas-Führer, die Türkei genau zu dem Zeitpunkt spontan besucht, als Abbas sich mit Außenminister Davutoğlu getroffen hatte. Türkische Behörden hatten allerdings versichert, die Türkei hätte kein Treffen zwischen den beiden organisiert, sie aber würde die Versöhnung der beiden Seiten unterstützen. Diese war allerdings an der Frage gescheitert, wer der palästinensische Ministerpräsident werden soll.

Während die Fatah als legitime Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde anerkannt wird, ist die Hamas hingegen in den Augen der europäischen Staaten und von Israel eine terroristische Organisation.

Die Türkei ihrerseits unterstützt die internationale Anerkennung eines unabhängigen palästinensischen Staats.

Mehr zum Thema:

Palästinenser enttäuscht: Gefangenenaustausch ist eine Farce

Die Wahrheit: Iraner lieben die Türkei

„Die Türkei wird das internationale System lenken können“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.