Geburtstag unbekannt: Viele Türken feiern an Neujahr

Jedes Jahr feiern unzählige Türken an Neujahr ihren Geburtstag. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen kuriosen Zufall.

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Allein in der Kleinstadt Siverek in der südöstlichen Provinz Şanlıurfa haben 40.000 Einwohner am 1.1. des Jahres Geburtstag. Bei einer Einwohnerzahl von ungefähr 200.000 heißt das, ein Fünftel der Bevölkerung wurde an demselben Datum geboren. Doch das stimmt nicht ganz. Türken wissen, auf wessen Pass der 1.1. als Geburtsdatum eingetragen ist, der ist höchstwahrscheinlich nicht an diesem Tag zur Welt gekommen. Der 1.1. wurde erst später auf den Ausweisen eingetragen. Häufiger ist das bei älteren Personen der Fall, denn das Phänomen stirbt langsam aus.

Güler Akbulut, Leiter des Vital Statistik Büros, dass die Angaben veröffentlicht hat, erklärte der Nachrichtenagentur „Anatolia“, die Tatsache kann darauf zurückgeführt werden, dass sich viele Paare früher zunächst auf eine religiöse Trauung beschränkten und erst später standesamtlich heirateten. Damals konnten nur offiziell verheiratete Paare ihre Kinder anmelden. Die Geburtsdaten wurden nicht dokumentiert. Bei der nachträglichen Anmeldung wurde bei diesen Kindern der 1.1. angegeben. Hinzu kommt, dass vor allem in östlichen Provinzen die Analphabetenrate sehr hoch ist und zudem sei es oft gar nicht üblich, Kinder sofort anzumelden. Deshalb kommt es immer noch vor, dass die Daten erst eingetragen werden, wenn der Ausweis des Kindes ausgestellt wird.

Mahmut Hersanlıoğlu, der Gouverneur von Siverek, betont, die Zahl der nachträglich eingetragenen Geburtstage werde sich verringern je mehr die Alphabetisierungsrate steige und die Bildung in den östlichen Provinzen steige (wie der Gouverneur blickt die Mehrheit der Türken optimistisch in die Zukunft – mehr dazu hier). Außerdem sei es mittlerweile üblich Kinder sofort anzumelden.

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