Deutschland: Mehr Jobs als je zuvor

Seit der Wiedervereinigung waren in Deutschland noch nie so wenige Menschen arbeitslos und gleichzeitig so viele erwerbstätig. Aber der Schein trügt: Etliche Menschen können von ihrem Gehalt nicht leben.

41,01 Millionen Arbeiter, Angestellte und Selbständige waren 2011 durchschnittlich erwerbstätig, das ist eine neue Rekordmarke für Deutschland. Gleichzeitig waren in Deutschland 2011 so wenige Menschen arbeitslos wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. So waren 2011 durchschnittlich 2,976 Millionen Menschen als arbeitslos registriert.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler bedankt sich derzeit auch in einer Plakat-Kampagne des Wirtschaftsministerium (BMWi) bei Deutschland für „So viele Menschen in Arbeit wie nie zuvor“. Ob diese Danksagung einer Entschuldigung gleich kommt? Denn ein Blick hinter die Fassade der Statistik zeigt ein anderes Bild: So werden beispielsweise Hausfrauen, Teilnehmer von Schulungen, ehemalige Selbstständige, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, oder einfach Deutsche, die sich nicht bei der Bundesagentur melden, nicht mit gezählt. Die Statistik zeigt auch nicht auf, wie viele Menschen sich in Kurzarbeit befinden oder sogar mehrere Jobs gleichzeitig ausüben müssen, um zu überleben. Denn das ein Job heute noch lange nicht heißt, auch über dem Existenzminimum das Auslangen zu finden, ist bekannt. Und mit einer steigenden Zahl an Minijobs und mehreren, gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen erhöht sich auch automatisch die Zahl der Erwerbstätigen.

Besonders betroffen von den so genannten „prekären Arbeitsverhältnissen“ sind in Deutschland Menschen mit Migrationshintergrund. Hier gibt es aber auch Lichtblicke: So zeigt eine aktuelle Studie des BMWi, dass mittlerweile jeder dritte neue Gewerbebetrieb in Deutschland von einem Bürger ohne deutsche Staatsbürgerschaft angemeldet wird. Migranten gründeten 2009 etwa 130.000 neue Betriebe in Deutschland.

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