Trotz Genozid-Beschluss: Türkischer Botschafter zurück in Paris

Nachdem das französische Parlament entschieden hatte, die Leugnung des Völkermords an den Armeniern unter Strafe zu stellen, wurde der türkische Botschafter abgezogen. Nun soll er wieder zurück.

+++ Aktuell: Türkei: Amerikanischer Investor kauft 65 türkische Schulen +++ „Turkeywood“: Neues Zeitalter für türkische Filmindustrie +++

In Frankreich solle Tahsin Burcuoğlu wieder seiner Aufgabe als Botschafter nachgehen. Diese bestehe zurzeit vor allem darin, zu verhindern, dass das geplante Genozid-Gesetz in Frankreich den Senat passiert und in Kraft tritt (zuvor wurde er als Protest in die Türkei beordert – mehr dazu hier).

Am 22. Dezember wurde im Parlament für das umstrittene Gesetz gestimmt (die Türkei drohte mit Sanktionen – mehr dazu hier). Am 10. Januar nehmen Parlament und Senat wieder ihre Arbeit auf. Sollte der Senat das Genozid-Gesetz nicht in die politische Agenda aufnehmen, würde das Gesetz damit nach französischem Gesetz annulliert werden.

Vorwurf: Sarkozy auf Stimmenfang

Türkische Medien vermuten, Sarkozy versuche sich mit diesem Gesetz die Stimmen der in Frankreich lebenden Armenier für die kommende Wahl zu sichern. Die Proteste gegen das Gesetz nehmen nicht ab. Türkische Studenten hatten sich mit einem offenen Brief an Sarkozy gewendet. „Wir verstehen nicht, warum sich die französische Gesetzgebung bei diesem Thema einmischt“, sagen sie. Eine türkische Hackergruppe hatte, ebenfalls aus Protest, die Website des französischen Politikers Patrick Devedjian lahmgelegt.

Mehr zum Thema :

Erdogan: „In unserem Land gibt es keinen Genozid“
Genozid-Gesetz: Sarkozy zeigt Gül die kalte Schulter
„Eine von den Dummheiten Sarkozys“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.