Senegal: Popstar Youssou N’Dour will Präsident werden

Für die Belange der afrikanischen Bevölkerung setzt sich Popstar Youssou N'Dour seit vielen Jahren ein. Jetzt will er nicht nur als Künstler etwas bewegen. Der "Seven Seconds"-Star kandidiert in seiner Heimat Senegal für das Präsidentenamt.

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Mit seiner Musik bewegt Youssou N’Dour Millionen. Er weiß, welche Möglichkeiten der Einflussnahme er als internationaler Star hat. Auch in Deutschland wird er, vor allem als regelmäßiger Gast des Africa Festivals in Würzburg, nicht müde zu betonen, welches Potential im Schwarzen Kontinent steckt. „Man darf das negative Bild eines Afrika der Konflikte, der Armut und der Krankheiten nicht leugnen. Aber man sollte nicht nur davon reden“, betonte er dort bei seinem letzten Besuch im Jahr 2010 in einem Interview. Es sei keine Frage der Mittel, so der aus einem einflussreichen Stamm kommende Sänger, es sei vielmehr eine Frage der Ideen. „Ich finde, die neue Generation hat eine sehr klare Vision. Wir haben vielerorts politische Systeme, in denen sich die Menschen nicht frei ausdrücken können. Aber immer mehr Bevölkerungen nehmen sich der öffentlichen Sache an, beteiligen sich an Wahlen, damit sie Menschen mit klaren Ideen wählen können.“

Youssou N’Dour kritisiert in seinen Liedern

Was in seiner Heimat, dem Senegal passiert, beobachtet Youssou N’Dour sehr genau. Er scheut sich nicht, sich zu Themen wie Energieprobleme und die Stromknappheit zu äußern. Er verfasst sogar Lieder dazu. Vor knapp zwei Jahren wollte er von einer Kandidatur noch nichts wissen. Die Arbeit von Präsident Abdoulaye Wade, der seit 2000 im Amt ist, beurteilte er wohlwollend. Jetzt, im Jahr 2012, will er das Ruder jedoch selbst herumreißen und gegen den 85-jährigen Wade, dessen Regentschaft vor allem in den letzten Monaten heftig umstritten war, antreten. Das kündigte er im hiesigen TV an.

Das westafrikanische Land gilt als einer demokratischsten und stabilsten Regionen der Region. Es ist der einzige Staat, der noch nie einer Militärdiktatur unterstellt war. Dennoch nahmen die Spannungen in letzter Zeit zu. Ein prominenter Politiker wird sogar des Mordes beschuldigt. Für Youssou N’Dour, der 1994 im Duett mit Neneh Cherry weltweite Beachtung erlangte, ist die Kandidatur eine Ehrensache: „Es ist eine oberste patriotische Pflicht“, so der Sänger. Zwar habe er nach eigenen Angaben nie eine höhere Schulbildung genossen. Ein Hindernis sei das seiner Meinung allerdings nicht. Das Präsidentenamt sei eine Rolle, kein Job, so der 52-jährige N’Dour, der sich sicher ist, das Amt ausfüllen zu können. Seine Kompetenz und sein Engagement habe er immer wieder unter Beweis gestellt. „Ich habe an der Hochschule der Welt gelernt. Das Reisen lehrt genauso gut wie Bücher.“

Im Februar: Youssou N’Dour versus Abdoulaye Wade

Die Wahl im Senegal findet am 26. Februar statt. Erst im vergangenen November gründete  der Künstler eine politische Bewegung, die in der senegalesischen Wolof-Sprache „Fekke ma ci bolle“ (etwa: Ich mische mich ein) heißt. In den letzten Monaten hat er sich zu einer ernstzunehmenden Oppositionsfigur entwickelt. Im Falle seiner Wahl soll sein Schwerpunkt auf der Wirtschaftspolitik und der Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit liegen.

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